Ehepaar Buhle aus Hessisch Lichtenau nimmt seit 33 Jahren Kinder in seine Obhut

Für viele sind sie Mama und Papa

Ehepaar Margaret und Wolfgang Buhle zeigt ein Aquarell von Ingrid Kaufmann
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Eine Distel blüht im Rosenbeet: Das Aquarell der verstorbenen Malerin Ingrid Kaufmann verbildlicht die Erfahrungen von Margaret und Wolfgang Buhle mit ihren Pflegekindern.

„Disteln können in einem Rosenbeet blühen“, der Satz fasst die Erfahrungen im Umgang mit Pflegekindern von Margaret und Wolfgang Buhle treffend zusammen. Stachelig ist der Umgang mit den jungen Menschen, die zu den beiden für kürzere oder längere Zeit kommen. Und dann blühen sie doch so schön.

Seit 33 Jahren nehmen die gelernte Erzieherin und der pensionierte Beamte Kinder in ihre Familie auf, leben mit ihnen an ihrem Haus an der Königsberger Straße. 365 Tage im Jahr stehen die beiden bereit, wenn das Jugendamt Kinder in Obhut nehmen und schnellstens eine Unterkunft für sie finden muss.

„Jeder der jungen Menschen trägt sein Päckchen“, sagt die Erzieherin. Das haben sie gelernt, berichten von Narben fürs Leben. Auch der Umgang mit den leiblichen Eltern gehört zu den Aufgaben.

Im Werra-Meißner-Kreis gibt es etwa 100 Pflegefamilien, bei denen 140 Kinder wohnen. Vom Säugling bis zur Volljährigkeit reicht die Spannbreite. Mit allen Altersgruppen haben die Buhles ihre Erfahrungen gemacht. „Inzwischen nehmen wir nur noch Kinder im Schulalter auf“, sagen die beiden, die die 70 überschritten haben.

Aus eigener Erfahrung wissen die Eheleute Buhle, welche Belastungen Pflegeeltern erleben, welch große Verantwortung auf ihnen lastet. Von naiven Vorstellungen galt es schnell Abschied zu nehmen. „Wenn ein Pflegekind zwei Stunden vermisst wird, muss sofort die Polizei eingeschaltet werden“.

„Wir machen das ehrenamtlich“, stellt Margaret Buhle energisch fest. Die beiden Eheleute erhalten als Aufwandsentschädigung monatlich 245 Euro. Für die Kinder zahlen die Ämter den normalen Unterhaltssatz.

Ja, es hat Enttäuschungen gegeben, aber auch Erfolge. Eins der längst erwachsenen Pflegekinder ruft heute noch täglich bei Papa und Mama, so nennt es sie noch immer, an. Lachend erzählt Margaret Buhle von dem vierjährigen Mädchen, das auf dem Schoß von Wolfgang Buhle sitzend zur eifersüchtigen Enkelin sagte: „Ich heirate deinen Opa. Dann bin ich deine Oma“.

Wie lange sie diese anstrengende Aufgabe noch machen wollen? „Solange wir es können. Es ist eine Herzensangelegenheit“, sagen beide und fügen hinzu: „Solange das Jugendamt uns braucht“.

Kontakt:

Pfad Werra-Meißner-Kreis, Kassel Stadt und Land:

 Margaret Buhle, Königsberger Straße 6c, 37235 Hessisch Lichtenau, Tel. 0 56 02/12 36, margaret.buhle@oase-pfad.de

 Frank Viereck-Jacob, Meisenweg 4a, 37284 Waldkappel-Rodebach, Tel. 0151/18 45 14 19, frank.viereck-jacob@oase-pfad.de

Renate Ewald, Fohlenäckerweg 37, 34130 Kassel, Tel. 0561/887352, renate.ewald@oase-pfad-de

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