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Douglasien werden im Kleinvacher Kühlhaus gelagert

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Von: Christoph Cortis

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Coole Sache: Gastwirt Martin Thomas (von links), sein Vetter Johannes Thomas und Andreas Hagel als Lieferant der jungen Bäume im Kühlhaus bei Kleinvach.
Coole Sache: Gastwirt Martin Thomas (von links), sein Vetter Johannes Thomas und Andreas Hagel als Lieferant der jungen Bäume im Kühlhaus bei Kleinvach. © Chris Cortis

Martin und Johannes Thomas hatten die pfiffige Idee, Douglasien in Kleinvach im Wirtshaus zu kühlen.

Kleinvach – In der riesigen Halle am Ortsrand des Bad Sooden-Allendorfer Stadtteils Kleinvach stapeln sich in Gitterboxen Hunderte von Zentnern Kartoffeln. Die Erdäpfel kühlt Martin Thomas, Wirt des örtlichen Gasthauses Zur Linde, um sie später mit Schnitzel oder Rouladen auf den Teller zu bringen oder auch frei zu verkaufen. Zum Verzehr zwar nicht geeignet, werden dort neuerdings auch kleine Bäume frisch gehalten.

Und das kam so: Thomas ist der Cousin des gleichnamigen Johannes, des Revierförsters im Stadtwald von Bad Sooden-Allendorf. Um nach Trockenheit, Windbruch und Borkenkäferbefall Kalamitätsflächen wieder aufzuforsten, hatte Johannes Thomas bei der Baumschule Schwader in Pinneberg 30 000 Setzlinge der robusten Douglasie geordert, die jetzt pünktlich an der Kartoffel-Alm in Kleinvach angeliefert worden sind.

Weil die Bäumchen, deren Wurzeln mit Wachs vor Wildverbiss geschützt sind, nicht sofort in die Erde gebracht werden konnten, stellte der Gastwirt dem Revierförster seine Kühlhalle kostenlos zur Verfügung, um die Setzlinge zwischenzulagern.

Dort herrschen Temperaturen zwischen vier und sechs Grad, ideal, um vor der Pflanzung ein Austrocknen der Wurzeln zu verhindern.

Alternative wäre nach Angaben des Forstmanns gewesen, einen Graben auszuheben, die 30 000 Pflanzen einzubringen und die Wurzeln mit Erde zu bedecken – ein arbeitsintensives und nicht ganz billiges Verfahren, das in der Fachsprache „einschlagen“ genannt wird.

Peu á peu werden jetzt täglich zwischen 2000 und 3000 Setzlinge der Kühlung entnommen und sofort in den Boden gebracht, wofür ein Trupp von sechs Pflanzern aus der Ukraine angeheuert worden ist. Nach etwa zwei Wochen soll der kleine Wald dann wachsen können.

Bei einem Stückpreis von 75 Cent pro Douglasie summiert sich das ganze Unterfangen inklusive Arbeitslohn auf rund 50 000 Euro, die der Stadtkasse zulasten fallen.

Dank der selbstlosen Hilfe von Cousin zu Cousin konnten die Kosten um eine beträchtliche Summe gesenkt werden. (zcc)

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