57 Stunden Wahnsinn

Gefahrgut-Unfall vor einem Jahr: Fahrer war wohl unaufmerksam

Einsatz auf der Autobahn 7 kurz vor Weihnachten 2014: Feuerwehrleute entluden in Spezialanzügen den verunglückten Lastwagen. Archivfoto: Rampfel

Rosdorf. Ein Jahr nach dem schweren Unfall mit einem Gefahrgut-Lastwagen auf der Autobahn 7 bei Rosdorf dauern die Ermittlungen in diesem Fall noch immer an. Bei der Ursachenforschung kamen die Behörden weiter.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen geht davon aus, dass der Lastwagenfahrer am 19. Dezember vergangenen Jahres durch eine Unaufmerksamkeit nach rechts von der Fahrbahn abkam, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick am Freitag auf Anfrage. Die rechten Räder kamen dadurch auf den Grünstreifen. Folge: Der Lastwagen kam ins Schleudern, kippte schließlich um und blieb auf der Mittelleitplanke liegen. Dadurch waren mehrere Fahrspuren der Autobahn blockiert.

Bei dem Unfall starb ein Autofahrer. Außerdem gab es mehrere Verletzte. Besonderes Problem: Der Lastwagen hatte 80 Fässer mit Rattengift geladen, das mit Wasser zu einem giftigen und brennbarem Gas reagiert. Folge: Es kam zu einem Feuer, das mit Wasser nicht gelöscht werden konnte. Das Feuer zog die Fahrbahndecke in Mitleidenschaft. Etwa 2000 Quadratmeter des Straßenbelags mussten erneuert werden. Der Vorfall zwischen der Anschlussstelle Göttingen und der Rastanlage bei Mengershausen hatte einen dreitägigen Großeinsatz von zahlreichen Feuerwehren aus den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie des Technischen Hilfswerks (THW) ausgelöst. Mehr als 500 Helfer waren beteiligt.

Die Autobahn musste mitten im Weihnachtsverkehr für mehrere Tage gesperrt werden. Das sorgte für ein Verkehrschaos in und um Göttingen. Der Einsatz verursachte Kosten von etwa 300 000 Euro, die bei der Versicherung des Lastwagens geltend gemacht wurden.

Als besonders schwierig erwies sich die Entsorgung der etwa zehn beschädigten Fässer mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel. Sie waren unter einer Brücke der Autobahn 38 bei Dramfeld zwischengelagert worden. Ein Spezialunternehmen brauchte etwa zwei Wochen, um die Überreste zu entsorgen.

Dabei kam es zu einer Verpuffung. Danach wurde das Verfahren umgestellt: Die beschädigten Fässer mit dem Rattengift mussten aufwändig umgepackt werden. Die 70 intakten Fässer waren im vergangenen Jahr noch vor Weihnachten abtransportiert worden.

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