Verlegung des Zentrallagers von Hedemünden nach Neu-Eichenberg?

Gemeinde Neu-Eichenberg will Aldi locken

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Könnte nach Wunsch der Gemeinde Neu-Eichenberg Standort für Aldi-Zentrallager werden: Das bislang ungenutzte Sondergebiet Logistik zwischen Hebenshausen (Hintergrund) und Eichenberg-Bahnhof. Es punktet mit der Nähe zu den Autobahnen 7 und 38, zur Bundesstraße B 27 und zu Bahnverbindungen Richtung Göttingen, Kassel und Bebra.

Neu-Eichenberg. Die Gemeinde bietet dem Lebensmitteldiscounter Aldi das Sondergebiet Logistik erneut als einen Standort für das Zentrallager an.

Verlegt der Lebensmitteldiscounter Aldi sein Zentrallager von Hedemünden nach Neu-Eichenberg? Das versucht die Gemeinde Neu-Eichenberg gerade zu erreichen, wie Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth auf Anfrage bestätigt. Man habe Aldi einen Standort im Sondergebiet Logistik angeboten, das seit über zehn Jahren auf eine Nutzung wartet.

Laut Rohde-Erfurth hat die Gemeinde über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Werra-Meißner-Kreises erstmals im Juli Kontakt zu Aldi aufgenommen, nachdem bekannt wurde, dass der Discounter einen neuen Standort für sein Zentrallager sucht, von wo aus vor allem der Raum Kassel beliefert wird. Die Wahl sei dann allerdings auf einen Standort nahe der Autobahn 7 bei Lutterberg (Kreis Göttingen) gefallen, weil dann der Kilometerpreis pro Lieferung niedriger sei als wenn die Lastwagen von Neu-Eichenberg aus Richtung Kassel führen, so Rohde-Erfurth.

Jetzt hofft die Gemeinde auf eine zweite Chance: Nachdem der Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Lutterberg den Verkauf eines Teils des anvisierten Areals Anfang Oktober ablehnte, habe man sich entschlossen, Aldi noch einmal zu kontaktieren, sagt die Bürgermeisterin. „Die Verhandlungen - wieder über die WFG - laufen allerdings noch.“

Die gleiche Idee hatte auch die CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung, berichtet Fraktionschef Karl-Heinz Schröter auf Anfrage. „Versuchen können wir es auf jeden Fall.“ Da Aldi nur einen neuen Standort für sein Zentrallager, nicht aber für einen neuen Lebensmittelmarkt sucht, müsse nicht einmal der Flächennutzungsplan für das Sondergebiet Logistik geändert werden.

Deshalb hat die CDU - allerdings ohne vorherige Rücksprache mit der Gemeinde - für die nächste öffentliche Parlamentssitzung am Montag, 16. November, den Antrag gestellt, dass das Sondergebiet Aldi erneut angeboten werden soll. „Im Grunde hat sich dieser Antrag etwas überholt“, sagt Rohde-Erfurth auf Anfrage dazu. „Wir sind ja schon in Gesprächen mit Aldi.“ Nun müsse die CDU entscheiden, ob sie den Antrag zurückzieht - das ist vor oder auch noch während der Gemeindevertretersitzung möglich, die um 20 Uhr im Gemeinschaftsraum am Wasserturm in Eichenberg-Bahnhof beginnt.

Weitere Themen des Abends sind der Haushaltsentwurf für 2016 und die Investitionsplanung bis 2019 sowie die Teilnahme des Werra-Meißner-Kreises am „Pakt für den Nachmittag“.

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