47 Häuser schwer beschädigt, zahlreiche Bäume entwurzelt

Vor 25 Jahren: Windhose verwüstete Gertenbach

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Gertenbach. Es hat nur drei Minuten angedauert, aber für die Bewohner des Witzenhäuser Stadtteils Gertenbach war es der Beginn einer Katastrophe. In wenigen Minuten fegte am 23. September 1987 eine Windhose vom Kaufunger Wald über die Werra-Aue und riss eine 200 Meter breite Schneise der Verwüstung.

47 Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt, Bäume entwurzelt, Autos und Wohnwagen wirbelten durch die Luft. Der Schaden betrug vier Millionen D-Mark (zwei Millionen Euro). Wie durch ein Wunder trugen nur vier Menschen leichte Verletzungen davon.

„Durch die zerstörten Dächer und zerschlissenen Fenster kam die Nässe in die Häuser.“

Der 23. September 1987 war ein schwüler Spätsommertag, Gewitter lagen in der Luft. Am Nachmittag zog eine graue Wolkenwand auf, die bereits Unwetter verhieß. Auf einen Tornado war jedoch niemand in der Region vorbereitet.

Vor allem die schweren Regenfälle seien dann fatal hinzugekommen, berichtet Ortsvorsteher Heinz Köhler, der als Wehrführer den Einsatz leitete. Insgesamt sieben Wehren mit 150 Helfern waren im Einsatz. Sogar das Panzergrenadierbataillon 42 aus Kassel, eine Pateneinheit von Gertenbach, kam zu Hilfe – und blieb tagelang. In der Turnhalle untergebracht, räumten die Soldaten gemeinsam mit den Bewohnern auf.

Marode Dachstühle

„Durch die zerstörten Dächer und zerschlissenen Fenster kam die Nässe in die Häuser“, erinnert sich Köhler. Die Lehmwände der alten Bauernhäuser sogen sich mit Wasser voll und sackten durch. Überall lagen Ziegel und Hölzer verstreut. Marode Dachstühle drohten einzubrechen.

Bei den Aufräumarbeiten fanden Nachbarn des Einsatzleiters eine Mörsergranate auf ihrem Dachboden. Köhler erkannte die Gefahr und vergrub das scharfe Geschütz auf Anweisung des Munitionsräumdienstes in Sand.

 „Wäre die Bombe auf den Aufschlagzünder gefallen, hätte das ins Auge gehen können“, vermutet der Feuerwehrmann. Erst zwei Tage später seien die Spezialkräfte angerückt, um die Bombe zu sichern.

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