Helfer finden Tier in Großalmerode

Hirsch hoffnungslos gefangen: Doch dann naht die Rettung

Hoffnungslos verfangen: Der etwa 80 Kilogramm schwere Rothirsch hatte sich im Garn einer Rollenballenpresse verfangen und konnte sich ohne fremde Hilfe nicht befreien.
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Hoffnungslos verfangen: Der etwa 80 Kilogramm schwere Rothirsch hatte sich im Garn einer Rollenballenpresse verfangen und konnte sich ohne fremde Hilfe nicht befreien.

Ein etwa 80 Kilogramm schwerer Rothirsch hatte sich in Großalmerode in Garn verfangen. Mit ein bisschen Hilfe gelang ihm die Flucht.

Großalmerode – Das Tier hatte sich mit Geweih und Hinterlauf in mehreren Metern Garn einer Rundballenpresse so unglücklich verfangen, dass es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte.

Eigentlich sind es sogar vier Lebensretter. Schafhalter Alexander Kuhn aus Laudenbach und Timo Scheffler aus Trubenhausen hatten unabhängig voneinander gegen Mittag das Tier auf einer Wiese gegenüber der Gelster entdeckt. Wenige Meter von der Landstraße entfernt zwischen Laudenbach und Uengsterode versuchte der Hirsch verzweifelt, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien, fiel dabei aber immer wieder um.

Kuhn verständigte sofort Landwirt Hilwig. Scheffler hatte derweil bei der Polizei angerufen, die den zuständigen Jagdaufseher Matthias Krück informieren wollte. Den hatte aber Hilwig bereits angefordert.

Um den Hirsch nicht noch größerem Stress auszusetzen, näherten sich Krück und Hilwig vorsichtig dem Tier, das ständig verzweifelt versuchte, sich aus der Fesselung zu befreien. Zu allem Übel hatten sich auch noch zwei mehr als einen Meter lange Äste in dem Garn verfangen, sodass der Kampf des Tieres aussichtslos schien. Bei seinen unermüdlichen Versuchen fiel der Hirsch immer wieder zu Boden und machte bereits einen geschwächten Eindruck. „Höchste Vorsicht war trotzdem geboten“, machte Krück auf die Gefahr aufmerksam: „Ein Achtender, gut zwei bis drei Jahre alt und etwa 80 Kilogramm schwer, kann in seiner Panik mit dem Geweih immer noch für schwere Verletzungen sorgen.“

Als der Hirsch bei seinem Befreiungskampf auf drei Läufen wieder mal ins Gras gefallen war, sah Hilwig seinen Moment gekommen: „Entschlossen griff ich nach seinem Geweih und drückte damit den Kopf so fest auf den Boden, dass der Hirsch fixiert war.“ Sofort griff Krück zum Jagdmesser und durchtrennte das Rollengarn, nahm auch noch Hilwigs Seitenschneider zu Hilfe, um die Faser, die sich mehrfach um die Klaue gewickelt hatte, zu entfernen.

Nach einigen Minuten war das Tier befreit, Hilwig und Krück gingen auf sichere Distanz. Beide waren froh, als der Hirsch sich friedlich wieder aufrichtete. Das Tier tankte am nahen Gebüsch etwas Kraft und machte sich dann über die Straße und den Bach in Richtung Meißnerhang davon. (Lothar Röß)

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