Busch wurde geplündert

Diebe stehlen Hortensien in Großalmerode

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Kahlschlag: Die Täter haben diesmal ganze Arbeit geleistet und den Busch ziemlich lädiert zurückgelassen.

Großalmerode. Schon wieder wurde sie geplündert. Als Ingrid Schaumburg aus Großalmerode vor einigen Tagen vor die Haustür schaute, hatten Unbekannte zum wiederholten Mal ein gutes Teil der Blüten und Stiele ihrer großen Hortensie abgeschnitten und mitgenommen.

Die vertrockneten Blüten hatte sie am Busch stehen lassen, um sie im Frühjahr zu schneiden, „damit sie neue Blüten treiben“, berichtet die Blumenliebhaberin, deren großer Hortensienbusch zur Saison dreifarbig blüht. Diese Arbeit haben ihr die Täter abgenommen – nicht das erste Mal. Im Sommer 2016 sei ein ganzes Stück der Hortensie gekappt worden, sagt Ingrid Schaumburg. 

Im Sommer dieses Jahres schlugen die Täter nachts ein zweites Mal zu – und nun wieder. „Es muss jemand sein, der sich hier auskennt“, vermutet die Großalmeröderin. Denn das Haus steht nicht an einer Hauptstraße. Der Busch wird es überleben, aber bis er wieder voll erblüht, wird es dauern, sagt Ingrid Schaumburg.

Warum ihr Hortensienbusch immer wieder geplündert wird, wissen sie und ihr Mann Manfred nicht. Sie vermuten, dass die Pflanzenteile als Rauschmittel geraucht werden. „Viele wissen nicht, wie gefährlich das ist“, sagt Manfred Schaumburg. Auch die Bundesapothekerkammer warnte bereits 2011 vor der Bio-Droge Hortensie, über die in Konsumentenkreisen behauptet wird, dass sie eine ähnlich berauschende Wirkung wie Cannabis habe. 

Allerdings: „Werden die Pflanzen verbrannt, wird Blausäure freigesetzt. Experten warnen vor einer Vergiftung mit Blausäure, wenn der Rauch inhaliert wird. Die theoretisch möglichen Folgen reichen von Bewusstlosigkeit und Störungen des zentralen Nervensystems bis zum Tod“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesapothekerkammer.

Im Werra-Meißner-Kreis wird ein- bis zweimal im Jahr Anzeige erstattet, dass Unbekannte sich an Hortensienbüschen vergreifen, sagt Polizeisprecher Reiner Lingner. Ob die Pflanzenteile dann auch geraucht werden, stehe nicht fest. „Dafür muss der Täter festgestellt werden.“ Generell spielen Hortensien im Kreis bei den Betäubungsmitteln laut Lingner eine untergeordnete Rolle. 

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