Ein kleines Stück eines großen Sauriers im Garten hinter dem Haus gefunden

Gartenfund: Hinter ihrem Haus an der Hauptstraße in Trubenhausen entdeckte Kornelia Stenzel neben zahlreichen anderen, häufiger vorkommenden Muschelkalk-Fossilien auch einen versteinerten Wirbelknochen eines Nothosauriers. Fotos: Stefan Forbert

Kornelia Stenzel fand in ihrem Garten hinter ihrem Haus an der Hauptstraße in Trubenhausen einen versteinertern Wirbelknochen eines Nothosauriers.

Jagte einst ein Nothosaurier im seichten Gewässer Fische – da, wo heute der Großalmeröder Stadtteil Trubenhausen liegt? Ein versteinerter Wirbelknochen, eingebettet in einen Muschelkalkbrocken, deutet darauf hin.

Im steinigen Erdboden lagen auch viele andere Zeugnisse längst vergangenen maritimen Lebens: Ceratiten, Muscheln und ein Trilobit. Doch der Wirbelknochen ragt aus den anderen Funden heraus.

Worum es sich handelt oder zumindest handeln dürfte, erfuhr Stenzel erst vor Kurzem. Sie zeigte die Versteinerung einem Mitstreiter im VHS-Kurs Archäologie in Kassel, der sich mit Mineralien und auch mit Lebewesen und Lebenswelten vergangener Erdzeitalter auskennt. Und der verschickte an drei ihm bekannte Fachleute ein Foto. Unabhängig voneinander waren alle der Meinung, dass es sich bei dem paläontologischen Fund der Trubenhäuserin um einen Wirbelknochen aus dem unteren Rückenbereich eines Nothosauriers handelt, vermutlich um die 240 Millionen Jahre alt.

„Ja, es handelt sich um einen versteinerten Wirbel eines Nothosauriers aus dem Muschelkalk“, bestätigte Ende voriger Woche auf Anfrage unserer Zeitung Dr. Jan Bohaty. Und der Mann muss es wissen, er ist der Leiter der Paläontologischen Denkmalpflege in Hessen.

Kornelia Stenzel freut sich über diese Bestätigung natürlich sehr. Als Hobby-Archäologin ist sie selbst auch auf der Suche nach Zeugnissen der Vergangenheit im Raum Großalmerode unterwegs, hat zusammen mit dem langjährigen und neuerdings pensionierten Bezirksarchäologen Dr. Klaus Sippel schon mehrere mittelalterliche, längst vergangene Glashütten entdeckt, die älteste wohl aus der Zeit um 1200.

Die Vergangenheit erforschen wollte sie schon früh, Archäologin zu werden war ihr Kindheitstraum, leider wurde daraus nichts.

Doch in der Freizeit hat sie schon vor vielen Jahren mit dem Forschen angefangen: „Das ist super spannend“, findet sie – und sieht auch großen Handlungsbedarf: In der Großalmeröder Geschichtsschreibung gebe es viele Falschinformationen und auch weiße Löcher. Ein kleines und sehr, sehr altes ist jetzt durch den Fund mit einer interessanten Erkenntnis gefüllt.

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