Neue Verordnung schränkt Schulaktivitäten für Kinder ein

Grundschüler dürfen nicht mehr Rad fahren

Bad Sooden-Allendorf. Baden, Reiten oder Rad fahren als Schulveranstaltung ist in Hessen künftig nur noch Kindern ab der fünften Klasse erlaubt. Das besagt die „Aufsichtsverordnung über die Aufsicht über Schülerinnen und Schüler“ des hessischen Kultusministeriums mit einem Erlass vom 11. Dezember. Für Grundschüler sind diese Unternehmungen demnach künftig verboten. Im Werra-Meißner-Kreis gibt es dagegen bereits Proteste.

Der Grund für das Verbot von Radwanderungen, Baden, Wassersport, Eissport, Klettern, Skifahren, Rodeln und Winterwanderungen für Grundschüler ist laut dem Sprecher des hessischen Kultusministeriums, Christian Henkes, der Schutz der Schüler vor Schäden. Derlei Aktivitäten seien mit „erhöhten Gesundheitsgefahren“ verbunden. Nach der vierten Klasse würden die Kinder auf weiterführende Schulen wechseln, seien reifer und selbstständiger, sodass sich das Gefahrenrisiko bei diesen Aktivitäten verringere, heißt es weiter.

Laut Henkes seien Ausnahmefälle von diesem Verbot denkbar: Nämlich dann, wenn „keine erhöhten Gesundheitsgefahren“ bestehen. Wer das beurteilen soll, ließ er offen. Im Zweifel sollten Lehrer die Zustimmung der Eltern einholen, wenn sie eine der Aktivitäten planen, die laut neuer Verordnung für Grundschüler ungeeignet sind, sagt Henkes. Verstoßen Lehrer gegen die Aufsichtsverordnung, könne das als Dienstvergehen geahndet werden.

Unterschriftenaktion

Die Schüler der Grundschule am Brunnen vor dem Tore in Bad Sooden-Allendorf wehren sich gemeinsam mit ihren Lehrern gegen die neue Aufsichtsverordnung. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet und Briefe an Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz geschrieben, in denen sie fordern, die Verbote rückgängig zu machen. HINTERGRUND, ZUM TAGE, SEITE 2

Von Sina Beutner

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