Stadt Hessisch Lichtenau hat Standgebühren auf dem Markt um 40 Prozent erhöht

Für Händler wird’s teurer

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Seit sieben Wochen ist der Obst- und Gemüsestand von David Fethke auf dem Wochenmarkt: Hedel Rüst verkauft frisches Obst- und Gemüse.

Hessisch Lichtenau. Die Händler auf dem Wochenmarkt müssen von nun an tiefer in die Tasche greifen, wenn sie ihre Verkaufsstände auf dem Hessisch Lichtenauer Kirchplatz aufbauen. 24 Jahre lang sind die Markthändler von einer Gebührenerhöhung verschont geblieben.

Jetzt unter dem Schutzschirm sei der Stadt nichts anderes übrig geblieben als die Gebühren anzuheben, so Bürgermeister Jürgen Herwig.

Der Frontmeterpreis stieg von 2,50 Euro auf 3,50 Euro, eine Erhöhung von 40 Prozent. 2012 nahm die Stadt 4058 Euro ein, in diesem Jahr sollen es 1900 Euro Mehreinnahmen sein, 2014 etwa 3400 Euro. Bürgermeister Jürgen Herwig ist froh: „Beinahe alle Markthändler können mit der Erhöhung leben.“

Die Markthändler sind bei dieser starken Erhöhung geteilter Meinung. Für Arar Gzan, von Arar’s Feinkost aus Baunatal, ist es eine Unverschämtheit. „Jetzt zahle ich 17,50 Euro für einen Freitag“, beschwert sich der Händler. Durchschnittlich kommen 20 bis 25 Kunden zu dem Feinkosthändler mit mediterranen Spezialitäten. Das rechne sich nicht lange, so Gzan.

Auch Jörg Reutel sieht die Entwicklung kritisch, vor allem da in den letzten Jahren seiner Meinung nach die Laufkundschaft drastisch zurückgegangen sei. „Es sind fast nur noch Stammkunden, die auf den Markt kommen“, erklärt der Wochenmarkthändler, „weil der Markt hier in Hessisch Lichtenau sehr isoliert ist.“ Erst am Ende des Marktjahrs könne man sehen ob es sich noch rechne. Dies bestätigt Veronika Steinfeld, die bereits seit vielen Jahren auf den Wochenmarkt in Hessisch Lichtenau kommt. Für die Hundelshäuser Bäckerei sei die Erhöhung ganz schön happig, so Veronika Steinfeld.

David Fethke

Erst seit sieben Wochen auf dem Markt ist der Obst- und Gemüsehändler David Fethke aus Seulingen. „Die Entwicklung in den Städten kann man nicht ändern. Die meisten Städte haben schon erhöht oder planen eine Erhöhung“, berichtet der Eichsfelder. Auch Hann. Münden hat die Gebühren erhöht und die Kosten für den Betrieb steigen so enorm. „Man kann es nicht ändern, wir müssen aber sehen, ob es sich am Ende auszahlt“, erklärt David Fethke.

Auch Karl Reutel von Grillstation und Partyservice Reutel sieht die Erhöhung der Gebühren kritisch. Er weiß aber auch, dass Hann. Münden viel teurer ist, denn in Hessisch Lichtenau sind die Stromkosten bereits dabei. „Jetzt sind es etwa 400 Euro Mehrkosten, die auf mich in Hessisch Lichtenau zukommen.“, berichtet der Standinhaber.

„Die Gemeinden müssen sparen und jetzt hat es auch uns getroffen“, erklärt Michael Hottenroth mit einem Schulterzucken. Seit 30 Jahren fährt der Gärtner aus Eschwege jeden Freitag auf den Wochenmarkt in Hessisch Lichtenau. Er baut seine Stände auch in Sontra, Heeringen und Rotenburg auf und da, wo noch keine Erhöhung beschlossen worden sei, sei sie zumindest im Gespräch. (zge)

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