Hessen Mobil stellt Variantenvergleich vor

Neue Werrabrücke soll Wohngebiet meiden

Auswahl zwischen vier Varianten: Die Versionen 3 und 4 haben die Planer im Vorfeld als unrealistisch ausgeschlossen, beim intensiven Vergleich erschien Variante 2 in der Summe der Argumente gegenüber Variante 1 als sinnvoller. Archivgrafik: Mennecke/ Rampfel

Witzenhausen. Wenn der Bund als Bauträger zustimmt, könnte die neue Werrabrücke die Witzenhäuser Innenstadt von der Schlagd aus mit der Bundesstraße 80 verbinden.

Diesen Ersatz für die marode Brücke präsentierten Vertreter von Hessen Mobil und dem Planungsbüro Eibs am Dienstag dem Bauausschuss und 70 Interessierten als sinnvollste der vier ersten Planungsversionen. Die Variante „Am Weidengraben“, die den Verkehr durchs Wohngebiet geführt hätte, ist damit vom Tisch.

„Die Variantenabwägung ist abgeschlossen“, sagt Ralf Struif, Planungsdezernent für Nordhessen bei Hessen Mobil. Wie die Brücke konkret aussehen wird und wo die Widerlager stehen sollen, sei aber noch nicht klar, sagte Struif. „Wir befinden uns in einer frühen Planungsphase.“ Hessen Mobil werde die Variante „An der Schlagd“ nun dem Bundesverkehrsministerium empfehlen, erst wenn dieses mit einem Sichtvermerk grünes Licht gebe, würden die Pläne genauer ausgearbeitet. Dabei würden Stellungnahmen der Naturschutzbehörden und der Stadt sowie der Stadtwerke einbezogen, deren Gelände am westlichen Ende vom Brückenneubau betroffen wäre. „Einen Konsens werden wir wohl nicht erreichen“, so Struif. „Das Ziel ist es, den besten Kompromiss zu finden.“

Viele Anwesende kritisierten, dass es weiterhin kein Verkehrskonzept gebe. Mit dem Brückenbau sollen laut Prognosen pro Tag zusätzlich 510 Fahrzeuge über die Werrabrücke und 2260 Fahrzeuge über die B 451 „Hinter den Teichhöfen“ fahren, während die Walburger Straße entlastet wird. Struif kündigte an, dass ein neues Verkehrsgutachten vor dem Planfeststellungsverfahren erstellt werden soll.

Rufen nach einem Tunnel oder einer Ortsumgehung zur Entlastung der Kernstadt erteilte Struif erneut eine Absage: Der Bund setze seiner Erfahrung nach derzeit mehr auf den Erhalt der bestehenden Infrastruktur als auf neue Projekte.

Ein Knackpunkt für die Planungen zur neuen Werrabrücke sind die Kosten. Die favorisierte Variante soll rund neun Millionen Euro kosten. Beim schnellstmöglichen Verlauf des Planfeststellungsverfahrens könnte ab 2017 gebaut werden, wahrscheinlich ist das aber nicht. Der Bund würde den Ersatz für die marode Werrabrücke bezahlen - aber nur, wenn die Bundesstraße 451 weiterhin über die Brücke führt. Sollte sie verlegt werden, wie einige Bürger das aus Angst vor dem Schwerverkehr fordern, dann müsste die Stadt den Neubau selbst zahlen. Eine Sanierung der Brücke wäre nur möglich, wenn eine teure Behelfsbrücke den Verkehr während der Bauarbeiten aufnimmt.

Warum die Variante „An der Schlagd“ die Planer überzeugt hat und was die Vertreter der einzelnen Parteien zu den Plänen sagen, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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