Sie bietet Platz für 1250 Menschen

In Hessisch Lichtenau entsteht eine große Flüchtlingsstadt

Arbeiten laufen noch: In der Verwaltungshalle werden demnächst die Flüchtlinge mit Hilfe von Dolmetschern aufgenommen.

Hessisch Lichtenau. Im Industriegebiet Senkefeld entsteht eine neue Flüchtlingsunterkunft. Sie bietet Platz für 1250 Menschen. Wir haben uns dort umgeschaut.

„Drei Hallen weiter und dann beim Dixi-Klo links abbiegen“, ruft Stefan Reupke, stellvertretender Objektleiter vom Regierungspräsidium (RP) einem Mann zu, der auf der Suche nach den Sanitärinstallateuren ist. Auf dem 34 000 Quadratmeter großen Gelände im Industriegebiet Senkefeld, wo gerade die neue Flüchtlingsunterkunft mit 17 Leichtbauhallen entsteht, kann man sich tatsächlich schnell verlaufen. „Das hier ist schon eine kleine Stadt“, sagt Reupke.

Verwaltungshalle: Wenn die Flüchtlinge in der Unterkunft ankommen, müssen sie gleich in die Verwaltungshalle. Dort werden ihre Daten mit Hilfe von Dolmetschern aufgenommen. In dieser Halle befinden sich außerdem fünf Büros, ein Raum für die Security, ein Materiallager mit -ausgabe sowie ein Besprechungsraum. Arzthalle: Direkt neben der Verwaltungshalle gibt es ein kleines Krankenhaus mit mehreren ambulanten Behandlungsräumen. Auch eine Krankenstation ist vorhanden. Dort können 40 Patienten stationär aufgenommen werden. „Neben der Halle haben wir noch einen Quarantänecontainer“, so Reupke. Sollten hoch ansteckende Krankheiten (Norovirus etc.) auftreten, könnten bis zu vier Personen gleichzeitig untergebracht werden.

Wohnhalle: Insgesamt 13 Wohnhallen stehen auf dem Gelände im Hessisch Lichtenauer Gewerbegebiet. 96 Menschen können in einer Halle untergebracht werden. Die Halle ist in einzelne Parzellen aufgeteilt. Drei Doppelstockbetten aus Stahl passen in eine Parzelle. „Sechs Personen werden hier untergebracht“, sagt Reupke. Noch würden die Klappstühle fehlen. Ob auch Tische und Spinde aufgestellt werden, konnte Reupke nicht sagen.

Freizeithalle: Diese ist in drei Bereiche aufgeteilt. In einem können sich die Erwachsenen sportlich betätigen und zum Beispiel Volleyball oder Basketball spielen. In einem anderen extra abgetrennten Bereich können Kinder Rollschuh und Bobbycar fahren. In dieser Halle sind außerdem zwei Räume für die Kinderbetreuung und den Sprachunterricht.

Essensausgabe: Die Festzeltgarnituren sind schon da, aber noch nicht aufgebaut. Die Waschmaschinen stehen ebenfalls noch in der Halle. Sie werden in einem extra Container untergebracht.

Essenshalle: „Wir haben hier zwei Schalter für die Essensausgabe“, erklärt Reupke. Durch zwei Eingänge gelangen die Flüchtlinge zur Lebensmittelausgabe. „Voraussichtlich wird das hier wie in einer Mensa in einem Zeitraum von zweieinhalb bis drei Stunden ablaufen“, sagt Reupke. Wichtig: Essen darf auf keinen Fall die Halle verlassen. „In den Wohnhallen darf nicht gegessen werden.“ Sanitärcontainer: 96 Sanitärcontainer mit Duschen und Toiletten werden auf dem Gelände stehen, wenn alles fertig ist - getrennt für Männer und Frauen. „Die Container sind derzeit sehr schwer zu kriegen“, sagt Reupke. Der Markt sei nahezu leergefegt. Deshalb kommen sie aus der Türkei und der Ukraine. Die Wasserleitungen wurden unterirdisch verlegt. Dort, wo sie oberirdisch verlaufen, werden sie beheizt, damit sie bei kalten Temperaturen nicht einfrieren.

Neue Flüchtlingsunterkunft im Industriegebiet Senkefeld in Hessisch Lichtenau

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