Schadstoffe in Schlafsysteme

Fachmann aus Quentel: Naturkautschuk in Matratzen ist sicher

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Quentel. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass in einem Basisstoff für die Schaumstoffproduktion erhöhte Schadstoffwerte festgestellt worden sind. In Quentel bei der Firma Optima standen danach die Telefone nicht still.

„Wir hatten den Eindruck, die Nachricht über mögliche Schadstoffe in Matratzen wurde von der Kundschaft relativ gelassen aufgenommen“, sagt Felix Blumenstein.

Seit vor zwei Wochen bekannt wurde, dass in einem Basisstoff des Chemiekonzerns BASF für die Schaumstoffproduktion für Matratzen erhöhte Dichlorbenzol-Werte festgestellt wurden, haben den Geschäftsführer der Firma Optima Schlafsysteme in Quentel ungefähr zehn Anrufe und E-Mails von Kunden erreicht.

Man habe die Kunden jedoch schnell beruhigen können: Die Schaumstoffe, die sie in dem betroffenen Zeitraum von ihrem Lieferanten Foam-Partner aus der Schweiz, der seinen Basisstoff auch von BASF bezieht, erhalten haben, wurden direkt von den anderen Materialien isoliert. „Da wir mit zwölf Mitarbeitern ein relativ kleines Unternehmen sind, erhalten wir nicht jede Woche eine Lieferung und hatten das Material glücklicherweise noch nicht verarbeitet.“ 

Ihre Firma arbeite mit wenigen ausgewählten Lieferanten zusammen und könne daher die Materialbeschaffung gut identifizieren. Auch die direkte Belieferung der Kunden ermögliche eine gute Nachvollziehbarkeit, die beispielsweise bei großen Ketten wie Ikea oder dänischem Bettenlager nicht gegeben sei. Diese Unternehmen mussten eine Rückruf-Aktion starten. Prophylaktisch wurde bei Foam-Partner – wie bei vielen anderen Betrieben auch – die Maschinen angehalten und gereinigt, um eventuelle Rückstände zu beseitigen. 

Nachdem die Schweizer Firma die Produktionseinheit überprüft hatte, stellte sich schnell heraus, dass Optima kein Material mit belastetem Basisstoff erhalten hatte. „Wir haben eine relativ lange Lagerhaltung und außerdem hätten wir zur Not als Material-Alternative noch den Naturkautschuk gehabt“, sagt Blumenstein, dessen Firma keine Lieferengpässe durch den temporären Weiterverarbeitungsstopp hatte.

Trotzdem hätten er und sein Großonkel Hans Schubert, der die Geschäfte nach und nach an seinen Großneffen abgibt, das Thema in den vergangenen Wochen aktiv bei den Kunden angesprochen. „Dabei stellte sich heraus, dass viele extra zu uns kommen, um eine Sicherheit bezüglich Herkunft und Qualität der Matratzen zu haben“, sagt Blumenstein, dessen Firma im Jahr rund 5000 Matratzen herstellt.

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