Durch Höhenlage und Wintersportler

Räumdienst in der Kritik: In Hausen gibt es im Winter oft Verkehrschaos

Hausen. Zu einer regelrechten Rutschpartie wurde die Fahrt zur Arbeit für viele Hausener am Mittwochmorgen: Wer die Landesstraße nach Velmeden hinunter musste, hatte mit Schnee und Glätte zu kämpfen.

Besonders in der Kritik steht bei den Hausenern die Strecke ab der ersten Zufahrt von Velmeden kommend nach Hausen an der ehemaligen Heilstätte, hoch zum Meißnerplateau: Dort werde sehr selten geräumt – obwohl einige Hausener die Strecke zur Arbeit fahren. „Wenn am Wochenende dann noch Wintersportler unterwegs sind, ist Chaos angesagt“, erzählt eine Leserin. Die Leute kämen teilweise nicht mit ihren Autos den Berg hoch und würden die Straße wieder rückwärts hinterkommen – ohne dabei auf Verkehr aus Hausen zu achten. „Ich habe den Eindruck, da wird auf Kosten der Autofahrer gespart, weil es in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden ist.“

Dem widerspricht Sascha Salzmann, Leiter der Straßenmeisterei Meißner, die für den Abschnitt zuständig ist: „Wir sparen nicht, sondern gehen sogar auf Nummer sicher und streuen die Straßen bereits ab null Grad leicht ab.“ Dafür habe er sich auch schon die Kritik anhören müssen, seine Mitarbeiter verursachten ein Salzmeer. „Aber wir sind auch keine Hellseher, was das Wetter betrifft“. Seit Anfang November seien seine 20 Mitarbeiter nachts unterwegs, „auch, wenn man es nicht immer sieht“. Denn bei Starkschnee dauere es nur zehn bis 15 Minuten, bis die Straße wieder zugeschneit sei.

Schneie es eine halbe Stunde durch, schaffe das auf der Straße liegende Salz es schon nicht mehr, den Schnee zu lösen. „Wenn alle Fahrzeuge im Einsatz sind, haben wir eine Umlaufzeit von anderthalb bis zwei Stunden – mehr geht nicht, dafür müssen wir ein zu großes Gebiet zu bedienen.“ Denn die Straßenmeisterei ist für den Bereich von Walburg über Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Sontra-Wichmannshausen, das Hosbachtal bis nach Berkatal-Hitzerode und die Autobahn 44 zuständig.

Was viele nicht wissen: Die Räum- und Streupflicht gilt abends nur von 17 bis 22 Uhr. „Danach dürfen wir laut Gesetz gar nicht mehr fahren.“ Allein Autobahnen hätten eine 24-Stunden-Betreuung. „Wenn es schlimm schneit, setzen wir uns aber darüber hinweg und fahren die Nacht durch.“

Während die Straßenmeisterei Autobahn, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen betreut, ist die Stadt Hessisch Lichtenau für die Straßen innerorts zuständig, für die sie Fremdunternehmer engagiert hat. „Die Regelung, dass diese auf Zuruf des Winterdienstbeauftragten des Bauhofs losfahren, ist für den Spezialfall Hausen außer Kraft gesetzt, dort rückt der Unternehmer eigenständig aus“, erklärt Bürgermeister Michael Heußner.

Rubriklistenbild: © Reymond

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