Nach Orkan Friederike: In den Wäldern starten jetzt die Aufräumarbeiten

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Windwurfaufarbeitung nach Orkan Friederike: Forstwirt Klaus Schumacher und die Auszubildende Katharina Kruhm arbeiten an umgestürzten Bäumen im Wald, zu 90 Prozent sind Fichten betroffen.  

Werra-Meißner. Nach Orkantief Friederike laufen jetzt die Aufräumarbeiten in den Wäldern, in denen oft vereinzelt Bäume umgekippt sind statt ganze Baumgruppen. Betroffen sind dabei zu 90 Prozent Fichten.

Schon von Weitem ist der Lärm der Motorsägen im Wald bei Quentel zu hören, nach und nach werden die Bäume in Stücke geteilt, die durch Orkan Friederike umgekippt sind. Allein in dem Wald, der vom Forstamt Hessisch Lichtenau betreut wird, spricht Leiter Matthias Dumm von etwa 100 000 Kubikmetern Holz. „Die erste Priorität war es, die Straßen schnell frei zu machen“, sagt Dumm. Auch die wichtigen Waldwege seien wieder begehbar.

Jetzt laufen die Aufräumarbeiten in den Wäldern, in denen oft vereinzelt Bäume umgekippt sind statt ganze Baumgruppen. Betroffen sind dabei laut Dumm zu 90 Prozent Fichten, da diese flach wurzeln und durch die Nadeln eine größere Angriffsfläche für den Wind bieten als kahle Laubbäume. „Dazu kommt, dass es viel geregnet hat und der Boden aufgeweicht war.“ Problematisch sei Hinsicht auch, dass schwere Fahrzeuge wie Holzrücke-Maschinen im nassen Waldboden tiefe Spuren hinterlassen und die Gassen somit beschädigen. „Unser Ziel ist es, den Windwurf bis zum Herbst aufzuarbeiten“, sagt Dumm. Heute gebe es weniger Forstwirte und Maschinen als noch bei Orkan Kyrill, damals habe die Aufarbeitung trotz höherer Schäden etwa gleich lang gedauert.

Großer Schaden: Etwa 100 000 Kubikmeter Holz sind in dem Wald umgekippt, der vom Forstamt Hessisch Lichtenau betreut wird.

Die umgekippten und umgeknickten Bäume dürfen laut Dumm nur von qualifizierten Arbeitskräften aufgearbeitet werden, in der Regel seien das Forstwirte. „Es ist eine gefährliche Arbeit, die Bäume stehen unter Spannung, sie können platzen, aufreißen und wegspringen“, erklärt er. Die meisten Waldarbeiter, die jetzt im Einsatz sind, hätten schon Erfahrung mit der sogenannten Windwurfaufarbeitung, viele seien 2007 bei Orkan Kyrill dabei gewesen.

Das Holz, das im Wald liegt, wird verkauft, die Frischholzernte für Nadelbäume wurde nach dem Orkan ausgesetzt, um den Holzmarkt zu entlasten. Bei der Aufarbeitung der Bäume werden die Äste von den Stämmen abgesägt, anschließend werden die Stämme vermessen, damit sie in passende Stücke geteilt werden können. Diese sollten Forstwirt Andreas Lückert zufolge drei, fünf, sechs oder zwischen zehn und zwanzig Meter lang sein. Für diese Arbeit werden auch sogenannte Harvester eingesetzt. Dabei handelt es sich um Holzernte-Maschinen, die entwurzelte Bäume greifen, sie entasten und zerteilen können.

Nach Orkan Friederike werde es für längere Zeit Bereiche geben, in denen noch Bäume liegen und die wegen erhöhter Gefahr nicht betreten werden sollten, sagt Dumm. „Wenn es Absperrungen gibt, sollten Spaziergänger diese respektieren.“ Außerdem bittet er um Verständnis dafür, dass es in der nächsten Zeit durch die Arbeiten mehr Schmutz auf den Waldwegen geben wird und diese deshalb nicht im Idealzustand seien.

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