Tegut-Markt in Hessisch Lichtenau schließt

Hessisch Lichtenau. Der Tegut-Markt im Lichtenauer Steinweg-Center macht zu. Das bestätigt die stellvertretende Marktleiterin Olga Kusnezow auf Anfrage. Ob es einen Nachfolger aus dem Lebensmittelbereich geben wird, ist unklar. Tegut jedenfalls zieht sich ganz aus der Lossestadt zurück.

Der Mietvertrag läuft zwar noch bis Mitte 2013, letzter Verkaufstag ist aber bereits der 3. November, sagt Tegut-Pressesprecherin Andrea Rehnert. Sie betont: "Die zwölf Mitarbeiter der Filiale werden nicht gekündigt. Wir bemühen uns um eine Unterbringung in anderen Märkten oder bei uns an einem anderen Standort."

Die Gründe für die Schließung liegen für Rehnert auf der Hand: "Der Wettbewerb hat zugenommen und viele Menschen haben sich dafür entschieden, statt bei uns in der Innenstadt lieber bei den Märkten außerhalb des Stadtzentrums einzukaufen." Die Stadt habe eine Überkapazität geschaffen, zu der neben Aldi, Lidl, Rewe und Edeka nun auch noch das entstehende Nahversorgungszentrum "Auf dem roten Land" mit einem Netto-Markt beitragen wird.

Auch Aldi sei mit dem Innenstadt-Standort nicht zufrieden, sagt Bürgermeister Jürgen Herwig. "Problematisch ist vor allem die Parksituation in der Tiefgarage, die wegen der Enge ein Unfallschwerpunkt ist." Noch gebe es aber kein Signal von Aldi, das Center zu verlassen. Vielleicht deshalb, weil es am Stadtrand keine genehmigten Flächen mehr für einen Neubau gibt.

Gründe für den Weggang von Tegut sieht Herwig vor allem in einem veränderten Kundenverhalten. "Die Leute wollen zwar innenstadtnahe Einkaufsmöglichkeiten haben, in der Praxis machen sie ihre Großeinkäufe aber außerhalb, wo sie leicht parken können." Zum Stichwort Überkapazität sagt er: "Es kann sein, dass es für die Größe der Stadt zu viele Märkte gibt." Aber die Flächen seien alle genehmigt. "Das ist eben der freie Markt".

Tegut hat sich im April auch aus Helsa zurückgezogen. Die Nachfolge für die Räume am Bahnhof wird diskutiert. Laut Bürgermeister Tilo Küthe hat Edeka Interesse bekundet, hierhin umzuziehen, da eine Erweiterung am aktuellen Standort in der Berliner Straße nicht möglich ist.

Neben Edeka gibt es mit Netto einen weiteren Interessenten, der in Helsa einen Markt betreiben möchte - allerdings außerhalb des Zentrums. Das hat die Gemeinde abgelehnt. Begründung: Drei Märkte seien für Helsa zu viel. Edeka sieht sogar nur Kundenpotenzial für einen Markt.

Zum Vergleich: Hessisch Lichtenau hat 12.550 Einwohner und aktuell fünf Märkte, Helsa 5500 Einwohner und zurzeit einen Markt. (HNA)

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