Hessisch Lichtenauer Bahnhof für 17.000 Euro versteigert

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Unterm Hammer: Der alte Bahnhof Hessisch Lichtenau wechselte bei einer Aution in Berlin für 17.000 Euro den Besitzer.

Hessisch Lichtenau/Neu-Eichenberg. Gleich mehrere Interessenten wollten den Bahnhof an der B7 nahe der ehemaligen Blücher-Kaserne in Hessisch Lichtenau haben. Für 17.000 Euro erhielt ein unbekannter Bieter den Zuschlag, das Mindestgebot lag bei 6000 Euro.

Die Versteigerung war am Montag in Berlin und wurde vom Auktionshaus Karhausen abgewickelt.

Dort darf man keine weiteren Daten über den neuen Eigentümer herausgeben. Über die zukünftige Nutzung des 50er-Jahre-Baus, der vorher im Besitz der Deutschen Bahn AG war, ist also vorläufig nichts bekannt. Vielleicht war das dazugehörige Grundstück mit einer Größe von knapp 11.000 Quadratmetern ohnehin interessanter als der eingeschossige Klinkerbau, der seine besten Tage lange hinter sich hat.

Stark sanierungsbedürftig

Aus dem Exposé des Auktionshauses geht hervor, dass der alte Bahnhof stark sanierungsbedürftig ist. So soll das Dach durch fehlende Ziegel undicht sein, im Kellergeschoss soll Wasser stehen und einen Brandschaden soll es auch bereits gegeben haben.

Während der Bahnhof in Hessisch Lichtenau für einen erstaunlich guten Preis wegging, ist das denkmalgeschützte Gebäude in Eichenberg ein Ladenhüter. Keiner wollte die 7000 Euro Mindestgebot für das ehemalige Schmuckstück aus dem Jahr 1880 auf den Tisch legen. Der Eichenberger Bahnhof bleibt jetzt für weitere zwei Monate im Nachverkauf, heißt es aus dem Berliner Auktionshaus. Das heißt, Interessenten können sich nachträglich noch melden - eventuell auch mit einem niedrigeren Gebot.

Für einen symbolischen Euro

Preisvorschläge werden der Deutschen Bahn AG mitgeteilt, die sich dann überlegen kann, ob sie mit dem ursprünglichen Mindestpreis runtergeht. Möglich ist es - immerhin hatte die Bahn der Gemeinde Neu-Eichenberg den alten Bahnhof bereits zum Kaufpreis für einen symbolischen Euro angeboten. Die Gemeinde hatte das im Sommer 2012 ausgeschlagen. „Die Sanierung wäre viel zu teuer“, begründete Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth die Entscheidung.

Rund 50 Bahnhöfe versteigert das Auktionshaus Karhausen mittlerweile jährlich für die Deutsche Bahn AG. Von dort heißt es, dass sich ein vielschichtiges Klientel vom Gastwirt bis zum Künstler für solche Gebäude interessiere.

Von Kathrin Bretzler

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