Verbände schenken Jugendlichen des offenen Proberaums ein neues Schlagzeug

Verbände schenken Jugendlichen des offenen Proberaums ein neues Schlagzeug

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Im Takt: von links Mischa Goebel (23), Anja Zurwehme (17), Maja Bachmann (15), Dominik Pooske (26), Jonathan Phorr (21), Alexander Friedrich (23), Timo Heckmann (19), Hauke Hermanndörfer (20), Tobias Knop (21), Kai Wieprecht (21) und Marvin Banner (16)

Großalmerode. Rhythmisches Krachen und Scheppern erfüllt den Raum. Wenn Jonathan loslegt, versteht man sein eigenes Wort nicht mehr – und so darf es in einem Band-Proberaum auch sein. Dass die Räume in der Valentin-Traudt-Schule mal eine Toilette waren, sieht man ihnen nicht mehr an. Acht Bands üben dort.

Für sie gab’s jetzt ein neues Profi-Schlagzeug im Wert von 1350 Euro.

Sponsoren waren der Kinder- und Jugendverein und die Kulturgemeinschaft Großalmerode, die jeweils 900 und 450 Euro gaben. Insgesamt ein günstiger Preis, den die Ecole-de-Batterie-Schlagzeugschule aus Kassel für das Drum-Set der Marke Sonor verlangte. „In vielen Städten gibt es ja kaum Probemöglichkeiten und Subventionen für junge Musiker“, erklärt der Inhaber der Schlagzeugschule Winni Borgolte. Das motiviere ihn, dem Groß-almeröder Proberaum mit dem erst ein Jahr alten Schlagzeug etwas Gutes zu tun.

„Die Jugendlichen und jungen Erwachsen hier haben es sich verdient“, meint das Vorstandsmitglied der Kulturgemeinschaft Manuel Monuz. Auch die Vorsitzende des Kinder- und Jugendfördervereins Monika Munoz findet anerkennende Worte für die jungen Musiker.„Ihr habt bewiesen, dass ihr Verantwortung übernehmen könnt“, lobt sie die etwas verlegen wirkende Truppe bei der Übergabe des Schlagzeugs. Ziel ihres Vereins sei es generell, junge Menschen bei der Umsetzung ihrer Ideen zu helfen und dafür auch Geld beizusteuern.

Die Anfrage für das Instrument stellte Dominik Pooske, Verantwortlicher für den Bandübungsraum. „Wir werden hier auf einmalige Weise unterstützt“, freut er sich über die Zusammenarbeit mit dem Förderverein und die von der Stadt Großalmerode mitgetragenen Kulturgemeinschaft.

Der offene Proberaum sei eine selbstverwaltende Gemeinschaft, so Pooske. Jedes Bandmitglied zahle einen monatlichen Beitrag von drei Euro, wovon Verbrauchsmaterialen für den Proberaum gekauft würden, von den Papierhandtüchern bis hin zu Kabeln und Gitarrensaiten. Dafür könne jede Gruppe drei Stunden pro Woche üben. „Und wenn ein Auftritt ansteht, also mehr geprobt werden muss, können wir auch mal was drehen“, meint er.

Seit neun Jahren funktioniere das Konzept offener Proberaum und werde von den Jugendlichen super angenommen, meint Bürgermeister Andreas Nickel: „Jugendliche finden sich hier friedlich zusammen, um gemeinsam zu spielen.“ Genau das sei die soziale Komponente, die Jugendarbeit zu leisten habe.

Von Miriam Claus

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