Terminvergabe ist nicht erreichbar

Impfstart verärgert Senioren: Viele Probleme bei der Anmeldung für die über 80-Jährigen

Impfen gegen das coronavirus
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Überlastete Telefonleitungen, technische Störungen und Systemfehler: Der Start der Vergabe von Impfterminen in Hessen verlief holprig.

Der Start der Vergabe von Impfterminen verlief in Hessen holprig. Nicht nur überlastete Telefonleitungen sorgten auch im Werra-Meißner-Kreis für Unmut.

Werra-Meißner – Statt eines Impftermins gab es am Dienstag für viele Über-80-Jährige im Werra-Meißner-Kreis und in ganz Hessen nur Enttäuschung – überlastete Telefon- und Internetleitungen sorgten für Chaos.

Viele, die versucht hatten, einen Termin in dem am 19. Januar öffnenden Impfzentrum in Kassel zu vereinbaren, berichteten gegenüber unserer Zeitung von ihrem Scheitern.

Start der Vergabe von Impfterminen im Werra-Meißner-Kreis: Hotline besetzt

Zu ihnen gehört Walter Barth aus Witzenhausen. Seit 8 Uhr versuchte er anzurufen. Jedoch: Die Hotline 116 117 war stets besetzt, bei der Rufnummer 06 11 / 50 59 28 88 wurde ihm mitgeteilt, dass diese nicht vergeben ist. „Ich gehe davon aus, dass die Nummer nicht um 8 Uhr, sondern erst um 9 oder halb 10 freigeschaltet wurde“, sagt Barth.

Bis zum Nachmittag war ihm weder telefonisch noch über das Internet eine Terminvereinbarung gelungen. Den Fehler sieht er im System. Besser wäre es gewesen, so Barth, alle Über-80-Jährigen gestaffelt nach Landkreis und alphabetisch nach Namen einzubestellen.

Start der Vergabe von Impfterminen im Werra-Meißner-Kreis: Trotz Telefonat kein Termin

Wenn es ein Über-80-Jähriger schaffte, einen Ansprechpartner am Telefon zu haben, war er damit noch längst nicht am Ziel, wie Senioren und deren Angehörige gegenüber der HNA betonten.

Viele von ihnen wurden von den Impfservice-Mitarbeitern etwa über einen Systemfehler oder nicht mehr vorhandenen Impfstoff informiert. Stets habe es dann geheißen, man solle es später oder besser morgen oder übermorgen nochmal versuchen.

Start der Vergabe von Impfterminen im Werra-Meißner-Kreis: Auch online kein Erfolg

Wer die vom Land angegebenen Internet-Adressen impfterminservice.de oder impfterminservice.hessen.de aufrief, der hatte zumeist genauso wenig Erfolg. Zunächst wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass der Service vorübergehend nicht erreichbar sei.

Später dann hieß es, der Service werde von sehr vielen Antragstellern gleichzeitig genutzt. „Um die fehlerlose Bearbeitung sicherstellen zu können, haben wir die Anzahl der gleichzeitigen Online-Anträge begrenzt.“

Start der Vergabe von Impfterminen im Werra-Meißner-Kreis: „Rasch wurde die Kapazitätsgrenze erreicht“

Auch hier lautete die Bitte, die Seite später noch einmal aufzurufen. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte am Nachmittag, innerhalb kürzester Zeit hab es mehrere Millionen Zugriffsversuche auf Webseite und Hotline gegeben. „Rasch wurde die Kapazitätsgrenze erreicht, was eine technische Störung zur Folge hatte.“

In einem offenen Brief forderten die Landtagsabgeordneten Karina Fissmann und Knut John (SPD) Ministerpräsident Volker Bouffier auf, alle 28 Impfzentren sofort zu öffnen. „Wir wären bereit“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. (Andreas Hermann, Nicole Demmer, Tobias Stück)

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