Spitzenreiter ist Hessisch Lichtenau mit 75 Kindern auf der Liste

In neun Kommunen des Kreises gibt es Wartelisten für Kita-Plätze

ARCHIV - 15.03.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: Kinder rennen in einer Kindertagesstätte einen Gang entlang. (zu dpa: "Kann die SPD ihr Kita-Volksbegehren vor Gericht durchsetzen?") Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Jedem Kind steht ein Kita-Platz zu – in einigen Kommunen des Kreises kann dieser Rechtsanspruch jedoch aktuell nicht voll erfüllt werden. Nach einer Umfrage unserer Zeitung stehen zwischen 1 (Meißner) und 75 (Hessisch Lichtenau) Kinder auf Wartelisten.

Um den Bedarf zu decken, werden momentan in Berkatal, Eschwege (hier sind 54 Kinder auf der Warteliste), Wehretal (8) und Witzenhausen (keine aktuellen Zahlen) neue Kitas gebaut, berichtet Kreissprecher Jörg Klinge. Zusätzliche Plätze werden zudem in Großalmerode, Hessisch Lichtenau, Herleshausen, Neu-Eichenberg, Meinhard, Sontra (10) und Wanfried (2) geschaffen.

Aktuelle Zahlen, wie viele Kita-Plätze im Kreis fehlen, liegen laut Klinge nicht vor, die nächste Erhebung finde im März statt. Zum 1. Oktober 2019 lag die Betreuungsquote bei Unter-Dreijährigen bei 34 Prozent, „und für Kinder über drei Jahre bei circa 100 Prozent“, so Klinge.

Einige Kommunen vermelden einen steigenden Bedarf an Krippenplätzen für Unter-Dreijährige. So etwa Ringgau, wo vier Plätze fehlen. In Wanfried sei die Situation durch eine neue Krippengruppe im Stadtteil Heldra rechtzeitig entschärft worden, heißt es. „Trotz der neuen Gruppe sind wir aber restlos ausgebucht.“ Auch aus Meinhard heißt es, dass die 12 Krippenplätze, die am 1. August neu hinzukommen, dauerhaft nicht ausreichen werden.

Um kurzfristig Plätze zu schaffen, arbeiten die Gemeinde zusammen. Hessisch Lichtenau etwa bringt übergangsweise 33 Kinder in einer bisher stillgelegten Kita in Großalmerode unter.

Grund für den Kita-Mangel sind Zuzüge von Familien, über die sich die Stadt generell freue, sagt Witzenhausens Hauptamtsleiter Michael Zimmermann. Zudem gab es durch die Flüchtlinge einen gestiegenen Bedarf. Ein Blick in die Geburtenstatistik helfe bei der Planung bald benötigter Plätze nicht weiter. Kinder haben seit 2013 ab dem ersten Lebensjahr ein Recht auf einen Kita-Platz. Der Bau einer Kita dauere von der Planung bis zur Inbetriebnahme aber zwei bis drei Jahre. „Ich weiß nicht, wie viele Kinder nächstes Jahr geboren werden“, so Zimmermann. Diese hätten im darauffolgenden Jahr schon einen Anspruch auf einen Kita-Platz.

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