„Gemeinsam gegen Not“

Junge Leute gehen vermehrt zur „Tafel“: Verein gibt Lebensmittel an Bedürftige in Bad Sooden-Allendorf aus

Lebensmittel an Bedürftige in der Badestadt geben oder fahren aus: Enas Namo (von links), Astrid Becker, Aiman Arabo, Norbert Woltmann und Heidi Meister.
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Lebensmittel an Bedürftige in der Badestadt geben oder fahren aus: Enas Namo (von links), Astrid Becker, Aiman Arabo, Norbert Woltmann und Heidi Meister.

Immer mehr junge Leute nutzen die Lebensmittelspenden, die der Verein „Gemeinsam gegen Not“ an Bedürftige in Bad Sooden-Allendorf ausgibt.

Bad Sooden-Allendorf - Diese Beobachtung hat die Vorsitzende Heidi Meister gemacht, nachdem die schon länger bestehende Organisation seit Jahresanfang auf Vereinsbasis agiert. Hätten das Angebot zunächst zu 80 Prozent Flüchtlinge verschiedener Nationalität wahrgenommen, betrage das Verhältnis der Neubürger zu den Einheimischen heute etwa 60:40. Viele junge Leute und Studenten, seien darunter, auch Mini-Jobber, die wegen der Coronakrise ihre Arbeit verloren und junge Mütter, die sich zu Hause um ihren Nachwuchs kümmern müssten. Alle Menschen sollten wissen: „Bei uns bekommen sie Hilfe“.

Anders als bisher würden die überwiegend von ortsansässigen Firmen gestifteten Lebensmittel ab sofort jeden Donnerstag zwischen 15.30 und 17 Uhr auf dem Hof des Seniorentreffpunktes am Rathof verteilt. Dabei handele es sich im Gegensatz zu den offiziell so firmierenden Tafeln in Witzenhausen und Eschwege ausschließlich um haltbare Ware. Vereinzelt gingen auch Geldspenden ein. Wenn nötig, schieße der Verein aus den Beiträgen seiner Mitglieder Finanzmittel hinzu. Es sei allerdings absehbar, dass bis Ende des Jahres die Ressourcen aufgebraucht seien, warb Meister um Unterstützung weiterer Betriebe und Landwirte.

Weil sich immer noch Bedürftige scheuten, den Weg zur Tafel anzutreten, würden Lebensmittel auch bis an die Haustür gebracht. Norbert Woltmann, Jugendpfleger der Arbeiterwohlfahrt, beliefere zudem gehbehinderte oder anderweitig gehandicapte Menschen mittels eines städtischen Fahrzeugs. Alternativ bemühe sich der Verein um Sponsoren für die Anschaffung eines Lastenfahrrads. Heidi Meister: „Zwei junge Leute hätte ich schon, die das machen würden.“ Dankbar ist die Vorsitzende, dass der Verein für seine Aufgaben vom örtlichen Sozialkreis mit einer Spende von 500 Euro bedacht worden sei – passend zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung am morgigen Sonntag. (Chris Cortis)

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