Kein gemeinsames Feiern möglich

Fünf Gründe, warum uns die Europäische Jugendwoche bei Witzenhausen fehlt

Die Ludwigsteiner, hier mit dem Arbeitskreisvorsitzenden Michael Göbel (links), bei einem Folkloretanz auf dem Witzenhäuser Marktplatz.
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So sieht die Eurowoche sonst aus: Die Ludwigsteiner im Jahr 2019 bei einem Folkloretanz auf dem Witzenhäuser Marktplatz.

Eigentlich würde am heutigen Samstag auf dem Witzenhäuser Marktplatz die 62. Europäische Jugendwoche mit einem Tanzfestival eröffnet. Doch in Corona-Zeiten ist alles anders.

Witzenhausen /  Burg Ludwigstein – Wie alle anderen Großveranstaltungen fällt auch die Europäische Jugendwoche der Pandemie zum Opfer. Seit Jahren zieht die Jugendwoche viele Menschen an und lässt sie gemeinsam feiern. Die Organisatoren des Arbeitskreises Europäische Jugendwoche um den Vorsitzenden Michael Göbel arbeiten ein Jahr akribisch auf diese Woche hin, um den Besuchern jedes Jahr ein buntes Programm zu bieten.

Wir haben fünf Gründe zusammengestellt, warum uns die Europäische Jugendwoche ganz besonders fehlt.

1. Die Bühnenshows

Mit ihrer Musik, ihren farbenfrohen Kostümen und Tänzen aus ihren Heimatländern bringen die etwa 200 Akteure aus fünf Ländern jedes Jahr internationales Flair in die Stadt und auf die Burg. Mit ihren Tanzdarbietungen begeistern sie die Besucher immer wieder aufs Neue. In diesem Jahr hatte das Organisationsteam Folkloregruppen aus Polen, Finnland, Rumänien und Belgien geladen. Dabei wäre auch die vereinseigene Gruppe der „Ludwigsteiner“, deren Mitglieder in ganz Deutschland verteilt sind und die sich einmal im Jahr zur Jugendwoche auf der Burg treffen. Neben Auftritten in Witzenhausen und Fürstenhagen sollte es Bühnenshows der einzelnen Gruppen unter der Woche auf der Burg und bei der Euro-Kirmes geben.

2. Die fröhliche Stimmung

Ob in Witzenhausen, Fürstenhagen oder auf Burg Ludwigstein – die Musiker und Tänzer verbreiten unter den Besuchern Fröhlichkeit und Wohlfühlstimmung. Gerade in der Zeit nach dem Lock-Down oder dem vorsichtigen Lockern des öffentlichen Lebens würde den Menschen solch eine Veranstaltung gut tun, wo sie ausgelassen klatschen, lachen, singen und mitfeiern könnten.

Heute undenkbar: ein prall gefüllter Marktplatz. Mehr als 600 Besucher erlebten den Auftakt der Europäischen Jugendwoche.

3. Die Euro-Kirmes

Auf der Euro-Kirmes zum Abschluss der Jugendwoche konnten die Besucher sonst nicht nur das tänzerische Können der einzelnen Folkloregruppen bewundern, sondern sich auch an den Ergebnissen der gemischten Workshops aller Folkloregruppen erfreuen. Trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede begeisterten der Projektchor und die Orchester AG in der Vergangenheit mit gemeinsam eingeübten Stücken. Auch die Kreativ AG setzte sich mit den Besonderheiten der Burg auseinander und stellte ihre Ergebnisse vor. Für den Besucher ein tolles Erlebnis zu sehen, wie produktiv das Miteinander unterschiedlicher Kulturen in nur einer Woche funktionieren kann.

4. Unterschiedliche Kulturen beleben die Burg

Seit jeher ist es Tradition, dass die Folkloregruppen in der Jugendwoche auf der Burg leben. Während der Woche darf jede Gruppe einen Tag nach ihren Traditionen gestalten. Das fängt mit dem Wecken und dem gemeinsamen Frühstück an und hört mit den Tanzdarbietungen am Abend auf der Burg auf. Verschiedene Kulturen treffen aufeinander und erfreuen sich am gemeinsamen Miteinander. Der europäische Gedanke eines friedlichen Zusammenlebens europäischer Kulturen wird hier vorbildlich umgesetzt.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Europäische Jugendwoche, Michael Göbel.

5. Tanzen verbindet alle Generationen

Bei der europäischen Jugendwoche treffen alle Generationen aufeinander und erfreuen sich gemeinsam an den Tanzdarbietungen. Zwischen den Auftritten auf der Euro-Kirmes zeigen Vater und Mutter ihren Kinder die Burg und die Oma macht zusammen mit ihrem Enkel beim Büchsenwurf-Gewinnspiel mit. Viele Familien treffen zufällig oder verabredet aufeinander und halten ein nettes Pläuschchen bei Bratwurst und Bier.

Jugendwoche soll digital stattfinden

Wegen der Absage der Europäischen Jugendwoche wollen die Mitglieder des Arbeitskreises mit Unterstützung der Vereinsmitglieder und der Tanzgruppen aus Europa die Jugendwoche vom 25. Juli bis 2. August digital auf der Website des Arbeitskreises, Instagram und Facebook stattfinden lassen. Ab 25. Juli werden täglich Beiträge aus verschiedenen Bereichen rund um die Europäische Jugendwoche gepostet.

So werden Einblicke vom Alltag auf der Burg und der besonderen Art des Weckens, von den verschiedenen Workshops bis über Tanzproben der einzelnen Gruppen online gestellt. Es werden besondere Momente sein, die der Besucher nur in Corona-Zeiten erleben kann, sagt Michael Göbel. Auch wenn es die lebendige Eurowoche nicht ersetzen kann, wollen die Mitglieder mit den Freunden der Eurowoche in Verbindung bleiben und ihnen mit dem Angebot etwas Freude an der Musik und am Tanz verbreiten. Die Original-Eurowoche soll es wieder 2021 geben.

Online-Angebote gibt es im Internet, bei Instagram und bei Facebook.

Von Hartmut Neugebauer

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