Kinder-Uni: Nachwuchs beschäftigte sich mit Wetter und Klima

Treibhauseffekt wurde dargestellt: Kinderdozent Stefan Rötzel (links) demonstrierte mit den Kindern den Treibhauseffekt beim Eintreffen der Sonnenstrahlen in die Erdatmosphäre. Fotos: Neugebauer

Witzenhausen. Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima? Was machen Treibhausgase? Mit diesen Fragen befassten sich 70 Kinder bei der vierten Veranstaltung der Kinder-Uni.

Treibhauseffekt wurde dargestellt: Kinderdozent Stefan Rötzel (links) demonstrierte mit den Kindern den Treibhauseffekt beim Eintreffen der Sonnenstrahlen in die Erdatmosphäre. Fotos: Neugebauer

Veranstaltet wurde sie von den Lokalen Bündnissen für Familien im Werra-Meißner-Kreis und der Stadt Witzenhausen sowie der Sparkasse Werra-Meißner. „Wetter ist das, was ihr gerade fühlt, wenn ihr rausgeht - kalt und eklig mit Regen oder Hitze mit Schwimmbadwetter. Für das Klima werden Wetteraufzeichnungen aus der ganzen Welt 30 Jahre lang zusammengetragen und mit dem vorherigen Wetterzyklus verglichen“, sagte Kinderdozent und Klimaforscher Stefan Rötzel von der Universität Kassel.

Mit kindgerechter Sprache bezog er die Kinder zwischen acht und zwölf Jahren von Anfang an in die „Vorlesung“ ein und zeigte beeindruckende Bilder eines Urwaldgebietes in Bolivien von 1975 und 2005 oder die Veränderungen an einem Schweizer Gletscher in 1985 und 2007. Anhand von Klimadaten machte er deutlich, dass diese Veränderungen auf die globale Erwärmung und den Treibhauseffekt zurückzuführen seien.

„Wenn die Sonnenstrahlen in die Erdatmosphäre eindringen, ist das, als wenn eine Hummel mit voller Wucht gegen eine Wand fliegt und dann langsam zurücktorkelt“, erklärte Rötzel den Treibhauseffekt, und ließ ihn durch die Kinder an einer Erdkugel demonstrieren. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt herrschten auf der Erde minus 18 Grad. Aber durch die vielen neuen Erfindungen wie Autos, Heizung und die Herstellung von Industrieprodukten entsteht durch Verbrennung zu viel vom Treibhausgas Kohlendioxid, sodass zu viele Sonnenstrahlen direkt zur Erde durchgelassen werden und die Erde erwärmen.

Dann ließ er Luca Sennhenn und Jana Bachmann Backpulver und Essig in einer Ballonflasche mischen und stülpte einen Luftballon auf die Flasche. Durch die chemische Reaktion wurde der Luftballon mit Kohlendioxid aufgeblasen. Dass es sich um Kohlendioxid handelte, bewiesen Jean Luc Meister und Victoria Gebhard, in dem sie mit dem Gas eine Kerze löschten. „Jeder Mensch in Deutschland erzeugt täglich etwa 5000 solche Luftballons mit Treibhausgasen. Wenn das nicht gebremst wird, würde sich die Erde nach dem Klimamodell bis zum Jahre 2100 um fünf Grad erwärmen. Damit das aber nicht so wird, gibt es viele Lösungen. So könnten durch die Umrüstung auf LED-Lampen 20 Luftballons Kohlendioxid und durch ausschaltbare Steckerleisten bei Standby-Geräten 177 Ballons am Tag eingespart werden.

Nach der spannenden Uni-stunde mit viel neuem Wissen beim Besuch aller vier Kinder-Uni-Tage durften Helene Hose, Lara Knigge und Marie Issa noch ein Wissensbuch mit nach Hause nehmen. (znb)

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