Frankfurter Firma will sich ansiedeln

Künftig Hanf statt Tennishalle in Witzenhausen?

Die Tennishalle „Am Sande“ in Witzenhausen.
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Soll von einer Sport- zur Produktionsstätte werden: Die Tennishalle „Am Sande“ in Witzenhausen.

Was soll aus der nicht mehr genutzten Tennishalle in Witzenhausen werden? Eine Firma aus Frankfurt hat jetzt eine ungewöhnliche Idee...

Witzenhausen – Die Frankfurter Firma „Sanfte Seele“ will ihren Sitz in die ehemalige Tennis- und Squashhalle „Am Sande“ in Witzenhausen verlegen und dort aus dem im Werratal angebauten Hanf Aromaöle, Saunaaufgüsse, Futter- und Heilmittel herstellen und weitere Anwendungsmöglichkeiten erforschen. Der Biergarten an der Halle soll erhalten bleiben. Diesem Projekt steht der Bauausschuss der Stadt positiv gegenüber, wie in der jüngsten Sitzung deutlich wurde.

Das Gelände gehört der Stadt, ist aber über einen Erbbaurechtvertrag am Familie Melchior vergeben. Ihnen gehört das Gebäude, wie Bürgermeister Daniel Herz erklärte. Da der Betrieb der Halle nicht mehr wirtschaftlich sei, will Melchior ihn aufgeben. Ein Vertrag mit der „Sanften Seele“ sei aber noch nicht geschlossen worden.

Weil das Gebiet derzeit als Freizeit- und Erholungsgebiet ausgewiesen ist, soll der Bebauungsplan auf Vorschlag der Stadt in ein Sondergebiet „Forschung und Entwicklung von Hanfprodukten“ umgewandelt werden. Wie Herz auf Nachfrage der SPD erklärte, plant die Stadt keine grundsätzliche Umwidmung des Bereichs „Am Sande“, wo sich auch der Campingplatz, das Freibad und das Reit- und Therapiezentrum befinden. Es ginge nur darum, eine Weiternutzung der Tennishalle zu ermöglichen. Die Pläne der Hanffirma passten gut zu der Bio-Brauerei Schinkel, der Deula und dem Kompetenzzentrum HessenRohstoffe in der unmittelbaren Nachbarschaft. Wie Volker Kunkel vom Bauamt erklärte, könnte die Stadt das Grundstück auch an die Firma verkaufen, um aus dem komplizierten Erbbaurecht herauszukommen. Der Betreiber hätte Interesse, auch an einem angrenzenden Grundstück. Vor allem Hannelore Erfurth (Grüne) machte sich dafür stark, dass das Reitzentrum diese Fläche weiter für die Heulagerung nutzen darf, da dort die Futtervorräte am besten vor Hochwasser geschützt werden könnten.

Da der Ausschuss noch Fragen zur Firmenstruktur der „Sanften Seele“ hatte, aus terminlichen Gründen aber kein Firmenvertreter an der Sitzung teilnehmen konnte, will sich der Bauausschuss noch zu einem Ortstermin treffen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird, kündigte Vorsitzender Harald Ludwig an. Die Planänderung soll trotzdem schon öffentlich ausgelegt werden. (Friederike Steensen)

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