Spannende Lesung über Georg Büchner

Das kurze Leben eines Visionärs

Lesung: Jan-Christoph Hauschild im Allendorfer Hochzeitshaus. Foto:  Archiv

Bad Sooden-Allendorf. In deisem jahr des 200-jährigen Geburtstags der zwei Komponisten Wagner und Verdi wird auch der Geburtstag des am 17. Oktober 1813 bei Darmstadt geborenen Georg Büchner gefeiert. Anlass genug für das Kulturforum der Badestadt, dieses Jubiläum mit einer Art „Geburtstagsfeier“, wie die Forum-Vorsitzende Regine Henke bei ihrem Grußwort sagte, zu begehen.

Eine würdige Feier, die zu einem spannenden Abend wurde. Der Literatur-Wissenschaftler und Publizist Jan-Christoph Hauschild, Jahrgang 1955, las aus seinem kürzlich erschienenen Buch „Georg Büchner - Verschwörung für die Gleichheit“.

Der Autor, der in dieser brillanten Biografie nur gesicherte Fakten präsentiert, las daraus zwei Fragmente. Darunter eine genau recherchierte und fesselnd geschriebene ausführliche Chronik der letzten Krankheit Büchners, einer Typhus-Infektion. An der er bekanntlich im Alter von nur 23 Jahren am 19. Februar 1837 im Züricher Exil starb.

Ein kurzes und doch unglaublich intensives Leben, das mit nur wenigen Werken den jungen Dichter zum unsterblichen Ruhm brachten - mit „Leonce und Lena“, „Dantons Tod“, der Novelle „Lenz“, dem immer wieder neu inszenierten „Woyzeck“ und nicht zuletzt mit dem Agitationspamphlet „Der Hessische Landbote“, einer leidenschaftliche Anklage der damaligen sozialen Umstände, einer Art vorkommunistisches Manifest, das mit den berühmten Worten beginnt „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“.

Das interessierte, Saal füllende Publikum an diesem Mittwoch im Allendorfer Hochzeitshaus hatte nach der spannenden Lektüre viele Fragen, die vom profunden Büchner-Kenner Hauschild sachlich und souverän beantwortet wurden. Unter anderen kam die Frage, was wohl aus Büchner geworden wäre, wäre er nicht so früh gestorben. Reine Spekulation, sagte Hauschild - vielleicht ein politischer Journalist wie Heine?

Von Francisco Pujiula

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