Landrat Reuß: Werra-Meißner-Kreis übernimmt keine kaputten Straßen vom Land

Landesstraße über den Hohen Meißner: Sanierung ist dringend

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Straße kaputt: Im Sommer vorigen Jahres sackte ein Stück der Landesstraße über den Hohen Meißner zwischen Plateau und Abzweig nach Hausen ab. Die Stelle wurde mittlerweile provisorisch repariert und das Tempolimit in dem Abschnitt reduziert.

Bad Sooden-Allendorf. Zur Forderung an die hessische Landesregierung, die Verschiebung von ursprünglich für dieses Jahr geplanten Sanierungen von Landesstraßen zurückzunehmen, kam es in der Sitzung des Kreistages am Montag in Bad Sooden-Allendorf nicht.

Erst soll im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr ausführlich darüber gesprochen werden, wo im Werra-Meißner-Kreis welche Straßen dringend erneuert werden müssten. Dazu wird auch ein Vertreter des Straßen- und Verkehrsmanagements Hessen Mobil eingeladen. Ziel ist, eine Art Investitionsplan aufzustellen. Das beschloss das Kreisparlament, basierend auf einem Antrag der FDP-Fraktion. „Wir haben dringenden Handlungsbedarf, was den Ausbau von Landesstraßen betrifft“, machte Landrat Stefan Reuß (SPD) deutlich.

Besonders dringend sei die Strecke über den Hohen Meißner zwischen Schwalbenthal und Abzweig nach Hausen. Der Abbruch eines Stücks Straße sei nur provisorisch hergerichtet worden. Notwendig sei ebenso die Erneuerung der Strecke zwischen Witzenhausen und dem Stadtteil Wendershausen. Beide Strecken sollten ursprünglich in diesem Jahr saniert werden.

Außerdem machte Reuß deutlich, er sei nicht bereit, dass der Landkreis dringend sanierungsbedürftige Landesstraßen durch Umwidmung übernimmt, wenn im Zuge des A-44-Baus nach und nach Landes- in Kreisstraßen umgewidmet werden sollen. Zu Beginn der Diskussion zum Straßenbau hatte Kreistagsabgeordneter Dirk Landau (CDU) gegen die Vorwürfe von Antragsteller Jürgen Vogelei (FDP) gewettert.

Vogelei sprach zu Beginn von einer straßenfeindlichen Politik der Grünen, deren Verkehrsminister Tarek Al-Wazir die Bauprojekte „garantiert nicht“ wegen Geldmangel verschoben habe. Landau hielt ihm entgegen, der FDP-Vorgänger im Ministeramt, Florian Rentsch, habe frühzeitig gewusst, dass nicht genügend Geld für alle Vorhaben im Haushalt stehe, aber dennoch „munter alles weiter versprochen“. Die heftige offensichtliche Abrechnung des Landtagsabgeordneten Landau mit dem früheren Koalitionspartner im hessischen Landtag amüsierte insbesondere die SPD-Fraktion sichtlich. Auch wenn deren Vorsitzender Lothar Quanz süffisant bemerkte, dass „Szenen einer gescheiterten Ehe“ niemandem weiterhelfe.

Von Stefan Forbert

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