Urteil: Zwölf Jahre hinter Gitter

Lange Haftstrafen im Auftragsmord-Prozess: Heimtücke und Habgier

Kassel/Werleshausen. Zwölf Jahre muss der 34-jährige Haupttäter der Messerattacke von Werleshausen in Haft. Der Ex-Freund, der seinen ehemaligen Geliebten zurückzugewinnen hoffte, indem er dessen neuen Liebhaber aus dem Weg räumen lassen wollte, muss wegen Anstiftung zum versuchten Mord für 7,5 Jahre hinter Gitter.

Mit diesem Schuldspruch endete am Mittwoch nach acht Verhandlungstagen der Prozess um die Tat vom Mai 2014.

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Dass beide Täter schon drei Wochen nach dem Angriff auf den homosexuellen 27-Jährigen aus Werleshausen gefasst werden konnten, lag an einer Stalkinganzeige, die der umworbene Geliebte aus Göttingen einst gegen seinen Ex-Freund erstattet hatte. So hatte die Kripo Eschwege den 23-Jährigen aus Rosenheim sehr schnell im Verdacht.

Der wiederum führte die Ermittler auf die Spur des 34-Jährigen aus Stuhr, der auch nach der ersten fehlgeschlagenen Attacke nach Ansicht des Gerichts noch immer bereit gewesen sei, „im zweiten Durchgang“ den Mord zu begehen. Insofern habe der Anstifter Schlimmeres verhindert.

Das wurde dem jüngeren Angeklagten strafmindernd angerechnet. Zugute hielt das Landgericht Kassel beiden Männern ihre prompten und umfassenden Geständnisse, dass beide nicht vorbestraft waren und ihre Bereitschaft zur Wiedergutmachung. 17.500 Euro Schmerzensgeld sollen der schwerst verletzte Werleshäuser und sein leicht verletzter Freund erhalten. „Jeder pfändungsfreie Betrag, den er jemals verdient“, könne dem Haupttäter für die nächsten 30 Jahre „abgeknöpft werden“, so Richter Volker Mütze. Selbst wenn der damals aus Habgier handelnde Mann derzeit nicht zahlen könne.

Auch Heimtücke wird dem Haupttäter zur Last gelegt. Nur weil der Freund des Angegriffenen mit einem eilends geholten Küchenmesser in seinem Rücken stand, habe der Angeklagte von dem Opfer abgelassen.

Von Andrea Espagné

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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