Verfahren abgewiesen: Leischow muss sich nicht erklären

Hessisch Lichtenau/Kassel. Gegen den ehemaligen theologischen Vorstand von Lichtenau e. V., Karsten Leischow, wird es kein Verfahren vor dem Kirchengericht geben.

Der Antrag der Mitarbeitervertretung (MAV) vor dem Kirchengericht am Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck in Kassel ist am Montagvormittag zurückgewiesen worden. Die MAV wollte erwirken, dass Leischow eine Erklärung bezüglich seiner Zugänge auf sensible Daten der MAV abgibt (wir berichteten).

Richter Prof. Hans-Wolf Friedrich begründete die Entscheidung des Gerichts damit, dass Leischow kein Dienststellenmitglied mehr sei. Ein mitarbeiterrechtliches Beschlussverfahren gegen ihn sei folglich unzulässig: „Es gibt keine Möglichkeit, dass ein ausgeschiedenes Vorstandsmitglied von einem mitarbeiterrechtlichen Verfahren erfasst wird“, begründete er.

Die MAV sieht die Entscheidung indes nicht als Niederlage und behält sich vor, Beschwerde beim Kirchengerichtshof einzureichen. „Wir wollen eine Erklärung haben, ob Leischow auf Daten zugegriffen hat und ob er noch im Besitz von Daten ist“, sagte Thomas Steeger, Vorsitzender der MAV. Wenn der Kirchengerichtshof den Antrag annähme und positiv bewerte, müsste Bischhof Dr. Martin Hein Leischow zu einer Erklärung nötigen, da sonst das Sonderrecht für Kirchen in Frage gestellt werden könne. (alh)

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