Lichtenau e.V. vor der Zerschlagung?

Hessisch Lichtenau. Die diakonische Komplex-Einrichtung Lichtenau e.V., größter Arbeitgeber im Werra-Meißner-Kreis, soll offenbar zerlegt werden.

Nach Informationen der HNA gibt es in den entscheidenden Aufsichtsgremien deutliche Tendenzen, wonach die Orthopädische Klinik aus dem Konzernverbund herausgelöst werden soll.

Derzeit sucht Lichtenau e.V. mit einem Konzeptwettbewerb nach Kooperationspartnern. Zuletzt hieß es, dass sieben Interessenten im Rennen seien. Inzwischen gibt es eine engere Auswahl, wie Dr. Volker Knöppel auf Anfrage bestätigte. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums von Lichtenau e.V. und Vizepräsident der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck. Welche Bewerber zur engeren Auswahl gehören, wollte Knöppel nicht sagen. Nach Informationen der HNA sind es drei große Klinikkonzerne.

Nicht dabei ist die Klinikholding des Werra-Meißner-Kreises, die gemeinsam mit den Werraland-Werkstätten ein Angebot für eine regionale Lösung abgegeben hatte. "Uns wurde mitgeteilt, dass wir im weiteren Verfahrensprozess zurückgestellt worden sind", sagte Landrat Stefan Reuß (SPD) auf Anfrage, er ist Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Werra-Meißner. "Ich bedaure das natürlich, wir werben sehr für eine regionale Lösung." Knöppel betonte indes, dass die Absage "nicht final" sei.

Reuß sagte, dass er die weitere Suche nach Partnern nun sehr interessiert beobachte. Zu Vermutungen über eine mögliche Zerschlagung und die Konsequenzen für die etwa 1100 Arbeitsplätze, "äußere ich mich lieber nicht", so der Landrat.

Maßgeblich für den Konzeptwettbewerb sei, dass Standort, diakonisches Profil und Arbeitsplätze erhalten bleiben, sagte Knöppel. Aber das Verfahren sei offen. Auch ein Tausch von Gesellschafteranteilen mit möglichen Partnern wollte er nicht ausschließen.

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