Bußgeldverfahren eingeleitet

Lkw-Fahrer verließ sich aufs Navi und landete auf Radweg

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Witzenhausen. Gleich zweimal hintereinander wurde es für einen 40-Tonner Sattelzug auf dem Radweg zwischen Witzenhausen und Hundelshausen buchstäblich zu eng.

Grund: Dessen Fahrer ließ offensichtlich zu sehr von seinem Navigationsgerät leiten.

Bereits am Freitagabend war gegen 23.45 Uhr die Meldung bei der Polizeistation in Witzenhausen eingegangen, dass sich ein Lkw etwa 100 Meter oberhalb des Viaduktes auf dem Radweg Am Stieg festgefahren habe. Ein 27-jähriger Fahrer, gebürtig aus Kabul/Afghanistan, war bei dem Versuch, sein Fahrzeug zu wenden, in den Graben geraten und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Einem Abschleppunternehmen und den Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Witzenhausen war es gelungen, das Fahrzeug wieder auf die schmale Straße zu ziehen.

Da auf dem schmalen Weg in der Dunkelheit an ein Zurücksetzen des Sattelzuges über eine Strecke von nahezu einem Kilometer nicht zu denken war, hatte die Polizei den Fahrer aufgefordert, den nächsten Morgen abzuwarten, um sich dann bei der Polizeistation zu melden, um mit den Beamten gemeinsam die Aktion zu starten.

Doch eigenständig hatte der 27-Jährige morgens seinen Lkw gestartet und entgegen der Aufforderung, sein Fahrzeug zurück zu setzten, seine Fahrt auf dem Radweg in Richtung Hundelshausen fortgesetzt. Als er dann vor dem Viadukt auf einer Schotterstraße oberhalb des Gelsterhofes stand und merkte, dass die Höhe für eine Durchfahrt nicht ausreichen würde, um auf die nur wenige hundert Meter entfernte B451 zu gelangen, brauchte er erneut Hilfe.

Diesmal reichte jedoch ein kleiner Stab von Helfern, um den langen Sattelzug Zentimeter für Zentimeter um die enge Kurve herum zwischen Straßenschild und dem gelben Markierungspfahl einer Gasleitung hindurch zu dirigieren. Bei alledem war offenbar nur geringer Schaden an dem Fahrzeug entstanden, denn lediglich die Auspuffanlage war bei dem nächtlichen Manöver ramponiert worden.

Gegen den Fahrer wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Er hatte mit seinem Sattelzug von der B27 kommend ab dem Abzweig Wendershausen mehrfach das Verbot der Durchfahrt auf dem Weg zum SCA-Werk im Witzenhäuser Industriegebiet an der B451 missachtet. In Höhe der Töpferei war er dann nach links auf den Radweg abgebogen, weil ihn die Baustelle auf der L3464 im Bereich der Stadt Witzenhausen nur wenige hundert Meter vor dem Abzweig auf die B451 an der Auffahrt hinderte. (zlr)

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