Luzie lässt Frauen weinen

Tiergestützte Therapie in der Mutter-Kind-Klinik Werraland

Tierischer Job in der Therapie: Landseer-Hündin kann demnächst seinem „Frauchen“ Christina Ausmeier (links) bei ihrer Arbeit in der Mutter-Kind-Klinik Werraland helfen. Ermöglicht wird dies, da der Lions-Club Bad Sooden-Allendorf, hier vertreten durch seinen Fördervereinsvorsitzenden Rolf Simon (von links) und seinen Präsidenten Hans-Dieter Créde, die Ausbildungskosten übernimmt, worüber sich Klinik-Geschäftsführerin Michaela Wachsmuth (rechts) freut. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Sie soll Frauen zum Entspannen verhelfen und ihnen dabei helfen, ihr Schneckenhaus zu verlassen. Das ist die neue Aufgabe von Luzie. Sie wird künftig als Co-Therapeutin in der Mutter-Kind-Klinik Werraland tätig sein.

Luzie ist eine zweieinhalb Jahre alte Hündin. Als Landseer, eine eng mit dem Neufundländer verwandte Rasse, bringt sie gut 40 Kilo auf die Waage. Und so schwer, wie sie ist, so lieb ist sie auch. Luzie ist ausgesprochen ruhig, zutraulich, verschmust und kein bisschen aggressiv.

Luzies „Frauchen“ ist Christina Ausmeier. Die Diplom-Sozialpädagogin ist seit 2007 in der Klinik als Therapeutin beschäftigt. Nebenbei macht sie gerade eine Ausbildung zur Trauma-Therapeutin – und demnächst auch noch eine für die tiergestützte Therapie – zusammen mit Luzie.

„Das ist eine sinnvolle Alternative zu den bestehenden Therapien.“

Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird die Klinik in Bad Sooden-Allendorf diese tiergestützte Therapie anbieten. An bestimmten Tagen bringt Christina Ausmeier ihre vierbeinige Assistentin dann mit an die Arbeit und setzt sie zur Therapie für Einzelkontakte und in der Gruppenarbeit ein. „Ein Hund ist eine super Sache, um einen guten Zugang zu schwierigen, also beispielsweise schwer depressiven Patientinnen zu bekommen“, sagt Ausmeier. Sie hat es schon erlebt, wie einer Frau, die keine Emotionen mehr zeigen konnte und nicht mehr sprechen wollte, Tränen kamen und sie über andere Therapien sprach, nachdem sie den Hund gestreichelt hatte.

„Anderer Zugang“ möglich

„Das ist eine sinnvolle Alternative zu den bestehenden Therapien“, freut sich Klinik-Geschäftsführerin Michaela Wachsmuth über die Bereicherung des Angebots, das wie alle anderen Therapien ärztlich verordnet werden muss. Ein Hund ermögliche einen anderen Zugang auf einer anderen, nicht sprachlichen Ebene gerade auch zu jenen Frauen, die schon viele Therapien hinter sich haben.

Luzie soll diesen „anderen Zugang“ auch bieten, um Frauen zu Entspannung zu verhelfen, wenn sie sich einfach mal kraulen lässt.

Zudem sollen die psychisch beeinträchtigten Patientinnen, wenn es ärztlich verordnet ist, mit Luzie Gassi gehen. Damit lernen sie, wieder Verantwortung zu übernehmen, auch mal Kommandos zu geben, was auch eine Übung zum Umgang mit den eigenen Kindern sein kann.

Die Ausbildung für Luzie in einer Hundeschule, die ein halbes bis dreiviertel Jahr dauert, ist wegen der Prüfungen hauptsächlich von „Frauchen“ nicht ganz billig. Da springt der Lions-Club Bad Sooden-Allendorf in die Bresche, der die Ausbildung komplett finanziert und dafür bereits 1150 Euro überwiesen hat.

Die Sache passe ja sehr gut und stimme mit den Club-Zielen überein, befanden Präsident Hans-Dieter Credé und Rolf Simon, der Vorsitzende des Fördervereins, und streichelten die liebe Luzie auch.

Von Stefan Forbert

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