Ib Hausmann und Christoph Ullrich traten im Rahmen des Kultursommers auf

Ein märchenhafter Abend

Hinreißend: Pianist Christoph Ullrich und Klarinettist Ib Hausmann. Foto: Pujiula

Bad Sooden-Allendorf. Zwei exzellent aufeinander eingestellte Interpreten, die mit einem Motiv-Programm das zahlreiche Publikum im Wappensaal an diesem Samstag bei einer Kultursommer-Veranstaltung bestens unterhielten. „Märchenfantasien für Klarinette und Klavier“ war das Motto des hinreißenden Abends, der mit dem Klarinettisten Ib Hausmann und dem Pianisten Christoph Ullrich zu einem spannenden, feingeistigen Musikvergnügen wurde – auch wenn man manche Stücke nicht ohne weiteres mit Märchen verbinden konnte.

Aber fantasiereich war die Programmauswahl allemal und die Interpretationen waren ausgezeichnet – ein durchgehend packender Abend mit drei reizvollen Höhepunkten – angefangen mit einer Reihe kurzer Klavierstücke, die von Christoph Ullrich mit viel Gefühl für das Atmosphärische gespielt wurden: von einem beliebten Fragment aus Schumanns „Kinderszenen“ bis hin zu weitgehend unbekannten, kurzen Köstlichkeiten von Tschaikowsky und Prokofjew, von Schostakowitsch und der köstlichen Miniatur „Märchen von der kleinen Fliege“ von Bela Bartok.

Noch vor der Pause gab es den zweiten Höhepunkt: die extra von den zwei Künstlern für Klarinette und Klavier arrangierte „Ma mère l´oye“ von Ravel, eine zauberhafte musikalische Begegnung mit alten Märchen – mit einem hervorragenden Ib Hausmann, der aus seinem Instrument gefühlvolle, magische Töne zauberte, am Klavier kongenial begleitet von Christoph Ullrich.

Der dritte Höhepunkt war kurz, aber um so intensiver: ein Klarinettensolo, so etwas wie eine Demonstration aller Möglichkeiten, die in einer Konzertklarinette stecken – ein Paradestück für Hausmann, dem dieses atonal-abstrakte Stück vom Komponisten Paul-Heinz Dittrich gewidmet wurde – und der mit seiner Musikalität und erstaunlichem technischen Können glänzte.

Auch bei weiteren gemeinsamen Stücken von Gade, von Busoni und von Finzi zeigten sich die zwei Interpreten in bestechender Form. Nach dem Schlussapplaus schenkten sie dem Publikum einen kleinen Strauß volkstümlicher, quirliger Melodien, die diesem schönen Abend einen feurigen Schlussakzent setzten.

Von Francisco Pujiula

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