Defizit sank binnen drei Jahren um 40 Prozent, die Besucherzahl stieg leicht an

Werratal-Therme: Das Minus drückt immer noch

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Aushängeschild für die Badestadt: Die Werrtal-Therme zieht immer mehr Besucher an, macht aber weiter Defizit.

Bad Sooden-Allendorf. Nach wie vor macht die Werratal-Therme in Bad Sooden-Allendorf Minus und belastet den städtischen Haushalt Jahr für Jahr mit einer höheren sechsstelligen Summe.

Doch die wird, und da ist Bürgermeister Frank Hix (CDU) erleichtert, immer weniger.

Lagen die Verluste im Jahr 2008 noch bei über 700 000 Euro, betrugen sie im vorigen Jahr weniger als 430 000 Euro. Auf diesem Niveau dürfte sich das Defizit auch für 2012 bewegen, schätzt er. In diesem Jahr schlügen allerdings Strom und Wärme wegen Preisanhebungen stärker zu Buche.

Die erste Jahreshälfte bestätige den vor drei Jahren eingeschlagenen Kurs, indem Petra Huth als Betriebsleiterin eingestellt wurde, um alle Kostenposten zu durchforsten und zu sehen, welche Ausgaben noch zu vermeiden sind. „Das ist gut gelungen,“ bescheinigt der Bürgermeister, der auch Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft der Werratal-Therme ist. Nun sei kaum noch etwas zu machen, um zu sparen. Hix: „Kostentechnisch ist die Zitrone ausgequetscht.“ Einzig mit mehr Besuchern könne man das Betriebsergebnis der Therme noch verbessern, sagt er.

Einiges ist in den vergangenen drei Jahren schon attraktiver gestaltet worden, bilanzieren Petra Huth und Katrin Nöding, seit Juli zu ihrer Stellvertreterin ernannt. Beispielhaft nennen sie Vollmondschwimmen, Oktoberfest in der Sauna, Aqua-Cycling und Babyschwimmen durch zwei Hebammen sowie weitere, neue wassersportliche- und gesundheitsfördernde Kurse. Das machen auch die jährlichen Besucherzahlen deutlich, die von 2009 bis 2011 um sieben Prozent auf 158 600 stiegen. Dazu mag auch die Einrichtung der Salzgrotte Ende 2010 beigetragen haben. Man verschaffe sich gegenseitig Gäste.

Wird denn angesichts des Sparzwangs bei der Stadt und des immer noch existierenden Defizits bei der Therme trotzdem das marode Wellenbad für einen Millionenaufwand saniert? Das Wellenbad sei ein Alleinstellungsmerkmal, bekräftigt Hix, wie wichtig der Erhalt dieser Attraktion sei. „Wir wären sonst sonst nicht mehr so konkurrenzfähig“, verweist Petra Huth auf die umliegenden Thermen in Kassel, Heiligenstadt, Mühlhausen und Bad Hersfeld.

Zudem sei es bedeutsam für die Schulen und Vereine sowie für Schwimm- und Präventionskurse. Und einige Badestädter wollten auch immer noch ihre Bahnen ziehen, wenn keine Freibadsaison ist. (sff)

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