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Rund 120 Personen formieren sich zu Menschenkette gegen Rechts in Witzenhausen

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Von: Jacob von Sass von Sass, Nicole Demmer

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Mit einer Menschenkette bezogen die Demonstranten Stellung gegen Personen aus dem rechten politischen Spektrum bei Montags-Spaziergängen.
Mit einer Menschenkette bezogen die Demonstranten Stellung gegen Personen aus dem rechten politischen Spektrum bei Montags-Spaziergängen. © Jakob von Sass

In Witzenhausen hat sich eine Menschenkette gegen Rechte unter Montags-Spaziergängern formiert.

Witzenhausen – Langsam wird es dunkel am Montag um 17 Uhr auf dem Witzenhäuser Marktplatz, wo sich rund 120 Menschen getroffen haben, um gegen die Montags-Spaziergänge der Impfskeptiker und Querdenker zu demonstrieren. Zwischen sich tragen sie Schals und Tücher, um den Abstand einzuhalten.

Anmelder Dirk Rehbein war vor ein paar Wochen auf einer ähnlichen Veranstaltung in Erfurt und die habe ihm so gut gefallen, dass er die Idee nach Witzenhausen bringen wollte: „Es ist einfach ein starkes Zeichen der Zivilgesellschaft für Solidarität während der Pandemie und gegen die Montagsspaziergänge.“ In seiner Rede spricht Rehbein von der großen gesellschaftlichen Verantwortung, die im Moment auf uns laste. Außerdem fordert er dazu auf, dass die Querdenker endlich die wissenschaftlichen Fakten anerkennen sollen und ihre Meinung auf keinerlei Fakten basiere.

Zeitgleich stehen acht Demonstranten mit Mund-Nase-Schutz vor der Liebfrauenkirche, wo sich am Montag der Vorwoche einige Spaziergänger, unter anderem Mitglieder der AfD, versammelt hatten. Sie haben ein Plakat mit der Aufschrift „Keine Spaziergänge mit Nazis“ ausgebreitet. Sie diskutieren mit einem Mann ohne Gesichtsmaske unter anderem darüber, ob die Demonstranten alle Spaziergänger verallgemeinernd als Nazis bezeichnen. Kurze Zeit später kommt ein Paar zur Kirche, das die Montags-Spaziergänger sucht.

Christina ist auf den Marktplatz gekommen, um sich der Menschenkette anzuschließen. „Ich will ein deutlicher Gegenpol zu den Querdenkern sein und zeigen, dass man auf keinen Fall mit Nazis auf die Straße geht“, sagt die Witzenhäuserin.

Gegen 17.30 Uhr stehen rund zehn Menschen, darunter das Paar, das die Spaziergänger gesucht hat, vor der Stadt-Apotheke und diskutieren, kurz danach gehen sie in kleinen Grüppchen fort. Derweil patrouillieren Polizei und Ordnungsamt in Gruppen durch die Stadt. Sie bitten die Demonstranten, den Kirchvorplatz zu verlassen, da die Versammlung für den Marktplatz angemeldet ist.

Dort steht Armin etwas abseits von der Menschenkette und beobachtet das Geschehen. Die letzten Wochen sei er noch auf den Montags-Spaziergängen mit dabei gewesen, doch seitdem sich Nazis darunter gemischt hätten, habe er darauf keine Lust mehr. „Ich bin gegen Nazis, aber für eine freie Impfentscheidung.“

Ebenfalls etwas abseits stehen vereinzelt Menschen um die Versammlung, die Schilder um den Hals tragen, unter anderem mit der Aufschrift „Für eine freie Impfentscheidung“. Die meisten von ihnen tragen keinen Mund-Nasen-Schutz.

Mittlerweile hat Dirk Rehbein eine Kerze für alle Corona-Toten entzündet. Einige Redebeiträge und zwei Lieder später ist die Veranstaltung gegen 18 Uhr zu Ende.

Gegen 18.35 Uhr stehen mehrere Mannschaftswagen der Polizei am Stadtpark. Dort haben sich laut dem leitenden Beamten rund 20 Personen zusammengefunden, manche tragen Kerzen in der Hand. Von der Polizei als Versammlung deklariert, müssen sich die Teilnehmer einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterziehen. Wer keine Personalien vorlegen kann, wird zudem fotografiert. Nachdem das geschehen ist, wird die Versammlung aufgelöst.. (nde, jvs)

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