Massenentlassung bei Schweißbetrieb

Maschinenfabrik Richter stellt Betrieb ein: Alle 106 Mitarbeiter verlieren Job

Wolken über der Maschinenfabrik Richter: Am Mittwoch gab Firmenchef Axel Richter bekannt, dass der Betrieb eingestellt wird. Foto: Bretzler

Hessisch Lichtenau. Schock für die Belegschaft der Maschinenfabrik Richter in Hessisch Lichtenau: Bei einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung verkündete Firmenchef Axel Richter am Mittwoch, dass alle 106 Mitarbeiter des Unternehmens die Kündigung erhalten.

Der Schweißbetrieb wird bereits Ende Juni eingestellt, Ende September soll die Mechanik folgen.

Den Antrag auf Massenentlassung hat Richter bereits am Dienstag bei der Agentur für Arbeit gestellt. „Die Firma hat kein Geld mehr, um Material vorzufinanzieren“, nannte Richter als Grund. Somit können auch keine Aufträge mehr angenommen werden, die es durchaus gegeben hätte.

Auslöser der Misere soll unter anderem Ärger mit einem der vier Kreditgeber Richters, der Kasseler Bank, gewesen sein. Hier hatte der Firmenchef nach eigenen Angaben ein Guthabenkonto mit 2,3 Millionen Euro sowie einen Geschäftskredit in halber Höhe. Als das Geld im Herbst abgehoben werden sollte, um fällige Verbindlichkeiten bei der Sparkasse Werra-Meißner abzulösen, habe die Kasseler Bank dies verweigert und mit der Kündigung des über eine Grundschuld abgesicherten Darlehens gedroht.

Trotz der aktuellen Querelen mit der Kasseler Bank verhehlen beide nicht, dass es auch vorher im Unternehmen nicht mehr rund lief. „Das Geschäft lief schlecht. Seit März machen wir Kurzarbeit. Viele Aufträge, etwa Off-Shore-Anlagen in der Energiebranche, sind weggebrochen oder haben sich verzögert“, so Richter.

Möglich, dass die Kasseler Bank deshalb das Vertrauen in das Unternehmen verloren und von ihrem Recht Gebrauch gemacht hat, Teile des Guthabens zu pfänden. Die Kasseler Bank gab auf Nachfrage unserer Zeitung zu den Vorgängen keine Stellungnahme ab. „Das Bankgeheimnis verbietet es, Auskünfte über Kundenverbindungen zu bestätigen oder zu dementieren“, sagte Sprecherin Christina Hackenberg.

www.richter-ag.de

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