Trockenheit sorgte für weniger Biomüll

Müllaufkommen im Werra-Meißner-Kreis sank 2018 leicht

Hier wird ein Teil des Mülls aus dem Werra-Meißner-Kreis angeliefert: Die Zufahrt zur Deponie in Weidenhausen.
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Hier wird ein Teil des Mülls aus dem Werra-Meißner-Kreis angeliefert: Die Zufahrt zur Deponie in Weidenhausen.

Es ist ein kleiner Schritt: Von jedem Einwohner des Werra-Meißner-Kreises landete im Jahr 2018 durchschnittlich ein Kilogramm weniger Müll in der Tonne.

Damit liegt der Landkreis allerdings unter dem hessischen Durchschnitt: Rein rechnerisch haben die Hessen 2018 insgesamt 15 Kilo weniger Müll produziert als im Jahr zuvor.

Laut dem Hessischen Statistischen Landesamt ist der Rückgang vor allem auf den trockenen Sommer 2018 mit wenig Regen zurückzuführen. Dadurch sank in ganz Hessen vor allem die Menge an Biomüll wie Küchen- und Gartenabfälle.

Jeder Einwohner im Werra-Meißner-Kreis sorgte laut dem Landesamt im Durchschnitt für 360 Kilogramm (im Jahr 2017: 361 Kilo) Abfall. Davon entfielen 87 Kilogramm (86) auf Hausmüll, 41 Kilogramm (39) auf Sperrmüll, 96 Kilogramm (101) auf Bioabfälle, 77 Kilogramm (76) auf Verpackungen und 58 Kilogramm (59) auf verwertbare Abfälle, wie Altpapier, Holz, Metall und Elektrogeräte. Dabei zeigte sich der stärkste Rückgang bei den Bioabfällen. Hessenweit hätte so jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt im Durchschnitt auf zwei Fuhren Müll pro Woche verzichten können, gibt das Hessische Statistische Landesamt an. 

Dr. Rainer Wallmann, erster Kreisbeigeordneter des Werra-Meißner-Kreises, sieht auch eine „Sensibilisierung hinsichtlich des Abfallaufkommens in großen Teilen der Bevölkerung“ durch Aktionen des Kreises. Dabei nennt er unter anderem die telefonische Abfallberatung, Abfallbroschüren, eine Online-Tausch- und Schenkbörse, die Eröffnung einer Filiale des Gebrauchtwarenzentrums, das Repair-Café, die Einführung eines Coffee-to-go-Bechers und die Einführung eines Gebührensystems, das die Abfallmenge zugrunde legt. Er betont, dass die Vermeidung von Abfall ein wesentliches Ziel des Kreises sei.

Gabriele Maxisch, Klimaschutzmanagerin des Kreises, meint, dass sich in anderen Abfallarten als dem Biomüll über mehrere Jahre ein Rückgang zeigen müsse, bis man von einem Umdenken in der Gesellschaft ausgehen könne. Den Rückgang des Biomülls in einem Jahr hält sie nicht für aussagekräftig genug.  

Fast drei Tonnen Abfall pro Haushalt im Jahr

2018 kamen in Hessen 2,83 Tonnen (im Vorjahr 2,91 Tonnen) Abfälle aus Haushalten auf. Das gab das Hessische Statistische Landesamt bekannt. Auf den Werra-Meißner-Kreis entfielen 36 321 Tonnen (36 509). Davon waren 8757 Tonnen (8719) Hausmüll, 4167 Tonnen (3915) Sperrmüll, 9742 Tonnen (10 217) Bioabfälle, 5857 Tonnen (5978) verwertbare Abfälle und 7797 Tonnen (7680) Verpackungen.

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