Nach Parkdeck-Schließung: Innenstadt-Händler fordern schnellen Ersatz

+
Dauerhaft gesperrt: Das Parkdeck an der Wickfeldtstraße wurde Ende voriger Woche wegen Baufälligkeit geschlossen. Wie es weitergehen soll, müssen die Stadtverordneten entscheiden.

Witzenhausen. „Die Innenstadt braucht Parkplätze!“ - Mit dieser Forderung wendet sich die Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe (AHG) in Witzenhausen, kaum dass das Parkdeck an der Wickfeldtstraße wegen Baufälligkeit gesperrt wurde - an die Fraktionen im Stadtparlament sowie an die Stadtverwaltung.

Die Informationen des Stadtbauamtes Mitte Februar im Bauausschuss seien konstruktiv gewesen und hätten den Fraktionen einige Vorschläge unterbreitet, wie es weiter gehen könne, erklärte AHG-Vorstand Michael Schäfer.

Doch „bei allem Respekt“ für umfängliche Beratungen müsse „jetzt dringend eine Lösung her“, drängt Schäfer. Er beklagt, dass erst nach dem Schließen des Parkhauses überlegt werde, wann Ersatz geschaffen werde.

Die Innenstadt-Geschäfte könnten nicht ausschließlich von Kunden, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, leben, gibt der AHG-Sprecher zu Bedenken. Die in den Stadtteilen lebenden Menschen führen zumeist schon mit dem Auto zur Arbeit - und eben auch zum Einkaufen.

Wenn Besucher erst lange nach einem Parkplatz suchen müssten, schwinde die Möglichkeiten von Spontaneinkäufen gewaltig, meint Schäfer. Um schnell weitere Stellflächen zu schaffen, schlägt er vor, die Kübel an der Walburger Straße mehr auf den Marktplatz zu rücken. Dadurch erhielte man einen Kurzparkstreifen.

Den Ruf nach schnellem Einrichten weiteren Parkraums begründet die Aktionsgemeinschaft auch damit, dass die Mehreinnahmen der Stadt durch optimierte Parkgebühren die fehlende Gewerbesteuer wegen schwindender Umsätze kaum ausgleichen würde.

Sanieren oder abreißen?

Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) geht davon aus, dass über die Zukunft des geschlossenen Parkdecks in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten am 8. April entschieden werden kann.

Im Bau- und Verkehrsausschuss waren vier Möglichkeiten vorgestellt worden: Sanierung des Parkdecks für 350.000 Euro, reiner Abriss für 142.000 Euro, auf der verfüllten Baugrube 45 Stellplätze ebenerdig für 110.000 Euro oder ein neues Parkhaus mit 96 Plätzen für rund 1,5 Millionen Euro.

Als Alternativen für wegfallende Stellplätze wurden bereits genannt: Der neue, an der Stubenstraße geplante Parkplatz, das Gelände der Burschenschaft Agronomia, ein Teil des Parkplatzes vom Herkules-Markt am Bornemannweg und der frühere Aldi-Parkplatz auf der anderen Seite der Werra. (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare