Laut Staatsanwaltschaft Stoppschild übersehen

Nach tödlichem Unfall: Bewährungsstrafe für Lastwagenfahrer

Melsungen. Wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr hat das Amtsgericht Melsungen am Mittwoch einen 51-jährigen Mann aus Witzenhausen zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt.

Diese Strafe wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss er 1500 Euro an die Notfallseelsorge zahlen und muss für drei Monate den Führerschein abgeben.

Der Berufskraftfahrer hatte einen Lastwagen gesteuert, der am 6. März 2015 auf der Kreuzung der Landessstraßen Hilgershausen-Dagobertshausen und Elfershausen-Ostheim mit einem Personenwagen zusammenstieß. In dem Auto war ein 80-Jähriger aus Melsungen in Richtung Ostheim unterwegs. Er wurde so schwer verletzt, dass er am 20. März in einer Kasseler Klinik verstarb. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft war der Lkw-Fahrer unter Missachtung eines Stoppschildes in den Kreuzungsbereich eingefahren.

Ein Dekra-Gutachter sagte vor Gericht, die durch rot-weiße Betonteile markierte Kreuzung mit jeweils zwei, gut sichtbaren Stoppschildern „sticht ins Auge”. Kurz vor den Stoppschildern habe der aus Richtung Hilgershausen kommende Lkw-Fahrer nach einer Kuppe von 53 auf 59 Kilometer pro Stunde beschleunigt und erst kurz vor der Kreuzung ein Bremsmanöver eingeleitet. Der Pkw müsse erkennbar gewesen sein, als der Lkw-Fahrer beschleunigte, sagte der Gutachter: „Es war alles frei.” Auf Nachfrage des Richters erklärte der Gutachter, die Sicht auf die Kreuzung sei nicht versperrt gewesen.

„Es tut mir fürchterlich leid”, sagte der Angeklagte. Er könne sich das alles nicht erklären, betonte er während der Verhandlung mehrfach.

Richter Heidelbach sagte in der Urteilsverkündung, das Logischste sei, der Angeklagte habe den Pkw übersehen: „Ob es so war, weiß ich nicht.” Als Feuerwehrmann habe der 51-Jährige schon manchem das Leben gerettet.

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