Nathalie Herwig aus Hessisch Lichtenau ist Landessiegerin der Maler und Lackierer

Landessiegerin: Nathalie Herwig. Foto: Dilling

Hessisch Lichtenau. Wenn es darum geht, eine Wohnung zu tapezieren oder zu streichen, macht Nathalie Herwig so leicht keiner was vor. Erst recht kein Mann: Am Mittwoch wurde die 20-Jährige im Kongress-Palais Kassel zur Landessiegerin im Leistungswettbewerb des hessischen Handwerks gekürt. Vom Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir gab es Glückwünsche und eine Ehrenurkunde.

Herwig nimmt nächsten Monat am Bundesentscheid des Deutschen Handwerks teil, kann also noch Deutschlands Beste im Maler- und Lackiererhandwerk werden. Die junge Frau hat ihr Handwerk im Maler- und Putzfachgeschäft Kollmann von Björn Burgheim in Hessisch-Lichtenau gelernt. Sie habe nach der erfolgreichen Lehre schnell eine Stelle in einem Betrieb in Dransfeld bekommen, erzählt Herwig. Ihre Arbeit für den Landeswettbewerb, eine akkurat tapezierte und lackierte Wand, dürfte bei der Jobsuche sicher nicht geschadet haben.

7800 hessische Junghandwerker, die ihre Gesellen- oder Abschlussprüfung machten, haben dieses Jahr an dem Wettbewerb teilgenommen und sich auf Innungs-, Kammer- und Landesebene qualifiziert.

Minister Al-Wazir bezeichnete die Landessieger als „Botschafter des Handwerks“. 26 Prozent der Auszubildenden in Hessen seien in einem Handwerksbetrieb tätig. Dort seien elf Prozent aller Arbeitnehmer beschäftigt. Das Handwerk müsse sich im Zeichen des demografischenWandels und einer wachsenden Neigung junger Menschen, zu studieren statt eine Ausbildung zu machen, auf geringere Bewerberzahlen einstellen. Er kündigte an, die hessische Regierung werde nächstes Jahr ein Programm zur Unterstützung von Kleinbetrieben unter zehn Beschäftigten bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen auflegen.

Bernd Ehinger, Präsident des Hessischen Handwerkstags, sagte, im Handwerk würden dieses Jahr etwa 10 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das Handwerk biete leistungsbereiten Nachwuchskräften gute Jobchancen. Die Branche setze große Hoffnungen auf die Energiewende. „Das Handwerk steht in den Startlöchern“, erklärte Ehinger. Er hoffe, dass die Politik die energetische Sanierung von Gebäuden mit steuerlichen Erleichterungen unterstütze. (pdi) Foto: Dilöling

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