Führungspositionen können nicht mehr besetzt werden

Neu-Eichenberg: Aus fünf Feuerwehren soll eine werden

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Erster Schritt zur Gemeinschafts-Einsatztruppe: 2015 erhielt die Feuerwehr in Hebenshausen ein neues Löschfahrzeug. Mit diesem wird seither jeden Monat in einem anderen Ortsteil von Neu-Eichenberg geübt – mit allen, die Interesse haben. Unser Bild zeigt die damalige Schlüsselübergabe von Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth an Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne im Beisein von Landrat Stefan Reuß.

Neu-Eichenberg. Noch ist es Zukunftsmusik. Doch demnächst schon könnten bei einem Brand in Neu-Eichenberg nicht bis zu fünf Ortsteil-Wehren alarmiert werden, sondern es rückt eine Einsatzabteilung aus.

In Neu-Eichenberg gibt es neuerdings Gespräche auf Führungsebene, wie die Schlagkraft der Feuerwehren erhalten werden kann. Auch die Vorsitzenden der drei Fraktionen im Gemeindeparlament wurden schon einbezogen.

Denn das Problem ist nicht mehr vom Tisch zu wischen: In zwei der fünf Ortsteile ist es nicht mehr möglich, dass sämtliche Führungspositionen besetzt werden; konkret: Dem Wehrführer fehlt der Stellvertreter. Das liegt weniger an mangelnder Bereitschaft, als an der nicht ausreichenden Qualifikation, da immer höhere Ansprüche an zu absolvierenden Lehrgängen gestellt werden.

Wichtig sei auch, die Alarmbereitschaft am Tag zu garantieren, sagt Gemeindebrandmeister Frank Burhenne. Er weiß, wovon er spricht, arbeitet doch auch der oberste Feuerwehrmann der Gemeinde 30 Kilometer entfernt von seinem Heimatort Hebenshausen und braucht mehr als 20 Minuten mit dem Auto für diese Strecke.

Schon jetzt kann man die Mindestanzahl an Atemschutzträgern, die für einen Einsatz erforderlich sind, nur durch Alarmierung von mehreren Nachbarwehren erreichen.

Die Tendenz geht bereits, wie auch aus Burhennes Worten herauszuhören ist, zu einer Zusammenarbeit aller fünf Ortsteil-Wehren. Nun ist vorgesehen, dass in einem Workshop die Vor- und Nachteile erörtert werden und überlegt wird, was beim Zusammenführen zu einer einzigen Einsatzabteilung erforderlich ist. Das könnte auch Geld von der Gemeinde bedeuten.

Und schließlich müssen die Gemeindevertreter dafür dann auch die Hand heben. Bezüglich einer Idee, die der einstige Kreisfeuerwehrverbands-Chef Wilfried Salzmann aus Hebenshausen einst geäußert hatte, nämlich einen zentralen Stütztpunkt auf der grünen Wiese für bis zu zwei Millionen Euro zu bauen, winkt die Bürgermeisterin aber gleich ab.

Ein Schritt in Richtung einer einzigen Einsatzabteilung wurde schon mit dem seit 2015 in Hebenshausen stationierten Löschfahrzeug HLF 20/16 getan: Einmal im Monat findet ein gemeinsamer Übungsdienst an dem neuen Fahrzeug statt. Wobei abwechselnd in allen Ortsteilen vor Ort trainiert wird. Einen weiteren Vorteil sieht Burhenne in der Jugendfeuerwehr. Neu-Eichenberg ist die einzige Gemeinde im Werra-Meißner-Kreis, die eine gemeinsame Nachwuchstruppe und auch eine gemeinsame Kinderfeuerwehr hat. Und deshalb, ist sich der Gemeindebrandmeister sicher, wächst die Einsatzabteilung über kurz oder lang ganz von alleine zusammen.

Bei der Zusammenlegung der Wehren müsse, wie Burhenne und auch Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth betonen, unterschieden werden zwischen den Einsatztrupps und den Feuerwehrvereinen. Sie möchten Bedenken zerstreuen, dass im Falle eines Zusammenführens der Einsatztrupps das Vereinsleben auf den Dörfern leiden könnte. Die einzelnen Feuerwehrvereine, so Burhenne und Rohde-Erfurth, blieben davon unberührt und unverändert bestehen.

Überdies: Man könne sich auch in einer Feuerwehr engagieren, ohne Mitglied im Verein zu sein. Die Aktiven seien quasi Ehrenbeamte der Gemeinde, erläutert Burhenne. Aufgabe der Vereine sei es, die Aktiven zu unterstützen.

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