Demostrieren für den Klimaschutz

Fridays for Future: Schüler protestieren in Hebenshausen gegen Logistikgebiet

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Bei der „Fridays-for-Future“-Demo in Hebenshausen demonstrierten Schüler mit Plakaten, Pfeifen, Trommeln und Parolen für eine bessere Klimapolitik.

„Das Gemeindeparlament kann diese enorme Klimasünde noch verhindern“, sagte Emma Savolainen aus Hebenshausen am Freitag bei einer Demonstration für mehr Klimaschutz und gegen das Logistikgebiet.

Anlass waren die „Fridays-For-Future“-Proteste, bei denen Schüler auf der ganzen Welt gegen die aktuelle Klimapolitik demonstrieren. „Um auch in Zukunft ein ertragbares Weltklima zu haben, müssen gewisse Maßnahmen getroffen werden. Und die Entscheidung gegen ein Logistikgebiet ist eine davon“, erklärte die 15-Jährige Emma Savolainen. Sie organisierte den Protest gemeinsam mit Carlotta Schmidt.

Mehr als 70 Menschen, darunter 50 Schüler, versammelten sich vor der Gemeindeverwaltung auf dem Parkplatz des Gasthauses „Waldmann“. Bei der Demo forderten die Schüler, dass allgemein mehr für den Klimaschutz getan wird, damit sich der Klimawandel verlangsamt. Insbesondere solle aber auf die Folgen durch den Bau eines Logistikgebiets auf die Umwelt aufmerksam gemacht werden, so Emma Savolainen. 

Die Versiegelung der 80 Hektar großen Fläche, die Wasser und Kohlendioxid speichert, mache das Ackerland nicht weiter bewirtschaftbar. Außerdem bringe das Logistikgebiet tausende Lkw mit sich, was zu mehr Lärm, Verkehr und Dreck führe, wie die Organisatorinnen sagten. Hiervon sei besonders die rund 100 Meter entfernte Ernst-Reuter-Grundschule betroffen. „In ganz Deutschland gibt es leere Logistikhallen. Wir fordern, dass die Dietz AG sich umorientiert und eine leer stehende Halle für ihre Zwecke umbaut“, sagte Emma Savolainen.

Am Protest nahmen Schüler der Johannisberg-Schule Witzenhausen, der Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf, der Bergschule in Heiligenstadt und der Ernst-Reuter-Grundschule in Neu-Eichenberg teil, so Carlotta Schmidt. „Wir sind nicht hier, um die Schule zu schwänzen, sondern weil uns das Klima am Herzen liegt“, verdeutlichte sie. Der Regelübertritt sei nötig, um gehört zu werden, so die Organisatorinnen.

Viele Eltern unterstützten die Schüler bei ihrem Streik und fungierten gleichzeitig als Ordner der Demo. „Egal wie jung sie sind, die Schüler haben eine Meinung zu diesem Thema. Ich finde es traurig, dass sich ihnen niemand von der Gemeindevertretung zum Gespräch stellt“, sagte Silke Schmidt, Carlottas Mutter. Da die Kinder selbst kein Mitspracherecht in der aktuellen Politik hätten, solle die Demo die Erwachsenen wachrütteln, so Carlotta Schmidt. Emma Savolainen schildert: „Wir müssen auch in 50 Jahren noch hier leben können. Wir dürfen den künftigen Generationen keinen kaputten Planeten hinterlassen.“

Von Jessica Sippel

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