Bald Platz für Lehrgänge

DLRG baut in Hessisch Lichtenau mit neuer Unterkunft auch Schulungszentrum

Noch nicht ganz fertig: Über die Fortschritte des Umbaus des DLRG-Domizils in Hessisch Lichtenau informierten (Zweiter bis Vierter von links) Bernd Hildmann, Torsten Pflüger und Marcel Volkmann von der örtlichen DLRG-Gruppe Axel Thormann (DLRG Eschwege/links) sowie (von rechts) die „Geldgeber“ Sabine Wilke, Annette Schnellhammer, Landrat Stefan Reuß und Fritz Kaufmann (Matthias-Kaufmann-Stiftung).
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Noch nicht ganz fertig: Über die Fortschritte des Umbaus des DLRG-Domizils in Hessisch Lichtenau informierten (Zweiter bis Vierter von links) Bernd Hildmann, Torsten Pflüger und Marcel Volkmann von der örtlichen DLRG-Gruppe Axel Thormann (DLRG Eschwege/links) sowie (von rechts) die „Geldgeber“ Sabine Wilke, Annette Schnellhammer, Landrat Stefan Reuß und Fritz Kaufmann (Matthias-Kaufmann-Stiftung).

Viel ehrenamtliche Arbeit sowie Geld von EU, Bund und Sponsoren machen es möglich: In Hessisch Lichtenau entsteht mit einem neuen Heim für die örtliche Gruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) auch ein Schulungszentrum. Das soll nicht nur von den DLRG-Aktiven im Werra-Meißner-Kreis genutzt werden, sondern auch für überregionale Lehrgänge zur Verfügung stehen.

Hessisch Lichtenau - Schon Ende des Jahres wollen die Lichtenauer Wasserretter, deren handwerkliches Geschick und Können seit bald einem Jahr gefragt ist, ihr Projekt abgeschlossen haben. Durch die Corona-Pandemie waren die umfangreichen Umbaumaßnahmen im März ins Stocken geraten, von anfangs neun Aktivisten packen nun noch fünf mit an.

Dass dem Kaninchenzuchtverein K 30 sein Domizil wegen Mitgliederschwunds zu groß war, kam der DLRG-Ortsgruppe zupass. Sie fand damit an der Fürstenhagener Straße den Ersatz für ihre alte, viel engere Unterkunft. Die gibt es inzwischen schon nicht mehr, auf dem geräumten Gelände an der Sudetenstraße sollen seniorengerechte Wohnungen entstehen.

So werden in dem großen Raum, in dem früher die Kaninchen ausgestellt wurden, künftig Schulungen für 15 bis 20 Teilnehmer stattfinden. Er soll, wie der langjährige Vorsitzende und jetzige Schatzmeister bei einer Präsentation erläuterte, insbesondere auch für die überörtliche Lehrscheinausbildung angeboten werden. Dafür ist bereits die modernste Technik einschließlich Leinwand und Beamer angeschafft worden. Zudem steht ein zweiter, nicht ganz so großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung, dem sogar eine – neue – Küchenecke angegliedert ist. Er kann zum Üben beispielsweise bei der Sanitäterausbildung genutzt werden. Und in allen Räumen gibt es WLAN.

Die Ausgaben für das neue DLRG-Domizil liegen mittlerweile bei knapp 70 000 Euro. Über das EU-Leader-Programm werden gut 38 000 Euro übernommen, der DLRG-Bundesverband hat einen Zuschuss von 11 000 Euro gewährt. Hinzugerechnet werden müssen noch die Eigenleistungen – bislang schon fast 2200 Stunden.

„Ohne Förderung wäre nur etwas Farbe an die Wand gekommen“ – gleich zwei Mal formulierte Bernd Hildmann, der langjährige Frontmann der DLRG-Ortsgruppe Hessisch Lichtenau, dies in seinen Worten des Dankes an all jene, die zum Gelingen des Umbaus des bisherigen Kaninchenzüchter-Vereinsheims zur Unterkunft der Wasserretter beitragen. Dazu zählen neben der Matthias-Kaufmann-Stiftung, der Sparkassenstiftung und der VR-Bank-Stiftung sowie dem DLRG-Bundesverband die Regionalentwickler des Werra-Meißner-Kreises. Der Verein für Regionalentwicklung und der Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung der Kreisverwaltung sorgen dafür, dass Geld aus dem EU-Leader-Programm und aus dem noch jungen Regionalbudget mit Bundesmitteln für kleinere Projekte gewährt wird.

Davon profitieren demnächst nicht nur die DLRG-Aktiven im Landkreis, sondern auch andere. So sollen Yoga-Kurse ein weiterer Schwerpunkt bei der Nutzung der neuen Räume sein, erläuterte Hildmann.

„Ohne das Gerät hätten wir doppelt so lange gebraucht“: Das sagen die DLRG-Aktiven (von links) Bernd Hildmann, Marcel Volkmann und Torsten Pflüger bei der Demonstration des Plattenhebers.

Auch eine Gruppe der Werraland-Lebenswelten soll sich regelmäßig dort treffen können. Und Sportvereine in Hessisch Lichtenau sollen womöglich auch kommen können.

Überdies machte er bekannt, dass die Freiherr-vom-Stein-Schule eine Rettungsschwimmer-AG in Hessisch Lichtenau installieren will. Das wird möglich, weil der neue Schulleiter Björn Faupel den Lehrschein dafür hat.

Das neue DLRG-Domizil in Hessisch Lichtenau eignet sich als überörtliches Schulungszentrum nicht nur aufgrund der zur Verfügung stehenden großen Räume. Als Pluspunkte zählte Hildmann auch das nahe Hallenbad mit seinen drei Becken, das für die Praxis genutzt wird, die Möglichkeit der Übernachtung im Naturfreundehaus auf dem Hohen Meißner sowie die zentrale Verkehrsanbindung nahe der Autobahnabfahrt an.

Anerkennung gab es nach der Präsentation des Umbau-Zwischenstands von Landrat Stefan Reuß. „Eine DLRG-Schule ist schon etwas Besonderes“, meinte er. Das Projekt gefällt ihm auch deshalb, weil – statt Neues zu errichten – etwas im Bestand gemacht werde und so eine Nachnutzung möglich wird.

1500 ehrenamtliche DLRG-Aktive im Landkreis

Im Bezirk Werra-Meißner der DLRG existieren – nicht ganz zufällig da, wo es auch Schwimmbäder gibt – sechs Ortsgruppen: Eschwege, Großalmerode, Herleshausen, Hessisch Lichtenau, Sontra, Witzenhausen. In ihren sind insgesamt rund 1500 ehrenamtlich Aktive organisiert, die auch gut ausgebildet sein müssen. Der Ortsgruppe Hessisch Lichtenau, die ihr Heim demnächst zu Schulungen zur Verfügung stellt, hat 318 Mitglieder, davon über die Hälfte Kinder und Jugendliche.

31 Kleinprojekte im Werra-Meißner-Kreis erhielten 2020 Fördergeld

Projekte können, um den ländlichen Raum zu stärken und gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen, nach den Zielen des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung der ländlichen Räume und der Regionalen Entwicklungskonzepte gefördert werden. Dafür steht Geld von der EU (im Leader-Programm) und aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsausgabe „Agrarstruktur und Küstenschutz“ zur Verfügung.

Aus dem Regionalbudget Hessen 2020 wurden 547 Kleinprojekte mit vier Millionen Euro Zuschuss gefördert, darunter 31 im Werra-Meißner-Kreis. Das bilanzierte Geschäftsführerin Sabine Wilke vom Verein für Regionalentwicklung. Zu Beginn der neuen Förderperiode wünscht sie sich, dass die Budgets der Töpfe „deutlich aufgestockt werden“, um die „erfolgreiche Arbeit“ zugunsten der regionalen Infrastruktur fortsetzen zu können. (Stefan Forbert)

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