Sportflieger war am Kassel Airport gestartet - Einsatzkräfte jetzt am Absturzort

Flugzeug bei Kleinalmerode abgestürzt - Pilot tot aufgefunden

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Nieste. Zwischen Nieste und Kleinalmerode im Grenzgebiet von Hessen und Niedersachsen ist am Freitagvormittag ein Kleinflugzeug abgestürzt.

Kurzclip von der Suchaktion

Das abgestürzte Sportflugzeug ist am Freitagnachmittag aus der Luft gesichtet worden. Fünf Hubschrauber, darunter zwei der Bundeswehr und der Rettungshubschrauber Christoph 7, waren mit unter anderem mit Wärmebildkameras auf der Suche nach der Absturzstelle. Das Flugzeug war allerdings ohne technische Hilfe gesichtet worden.

Die Einsatzkräfte, neben Polizei und Feuerwehr ist der Katastrophenschutz des Landes Hessen vor Ort, sind inzwischen bis zu dem Absturzort vorgedrungen. Der Pilot wurde tot aufgefunden und konnte bislang noch nicht eindeutig identifiziert werden. Die Absturzstelle liegt einige hundert Meter südlich der L563 in unwegsamem Gelände, berichtet die Polizei.

Sportflugzeug zwischen Nieste und Kleinalmerode abgestürzt

Spaziergänger hatten am Vormittag Motorgeräusche und brechende Äste gehört und die Polizei alarmiert. Polizei und Feuerwehr sind im Einsatz, um das Wrack in dem 30 Quadratkilometer großen Gebiet am Umschwang zu finden.

Zeuge Olaf Heise analysiert mit den Einsatzkräften eine Karte des Einsatzgebietes.

Die Bedingungen für den Einsatz der Wärmekamera waren durch die kalte Umgebung gut. Der Umschwang ist die mit 450 Metern höchste Erhebung zwischen Nieste und Kleinalmerode. In diesem Gebiet liegt auch das Weiland-Denkmal, das an einen Ballonfahrer erinnert, der dort vor über 100 Jahren bei Gewitter abgestürzt ist. Parallel zum Hubschraubereinsatz hatte die Polizei alle Waldwege der Umgebung mit einem Geländewagen abgefahren, aber keine näheren Hinweise gefunden. Eine ausgedehnte Suche zu Fuß hatte die Polizei vorerst nicht gestartet, weil damit die Suche per Wärmebildkamera aus dem Helikopter gestört werde. Deshalb haben sich zu so wenig Personen wie möglich im Suchgebiet aufhalten.

Laut Polizei ist ein Sportflugzeug, das um 8.54 Uhr am Flughafen Kassel Airport in Richtung Sömmerda gestartet ist, überfällig gewesen. Laut Flughafensprecherin Natascha Zemmin war der Start reibungslos verlaufen. Das Absturzgebiet gehört nicht mehr zum Kontrollgebiet des Kassel Airport. Sömmerda ist eine Kleinstadt im gleichnamigen Landkreis in Thüringen und liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Erfurt.

Bei der Deutschen Flugsicherung lag zunächst keine Meldung über ein vermisstes Flugzeug vor. Kleinflugzeuge, die nur im Sichtflug unterwegs sind, müssten sich nicht bei der DFS anmelden, sagte eine Sprecherin der DFS. Sie müssten keinen Flugplan vorlegen und tauchten deshalb auch nicht im System der Flugsicherung auf.

Es hatte sich nur der Pilot in der Maschine befunden. Zwischen 9 und 9.30 Uhr herrschte am Umschwang schlechtes Wetter mit Schneefall und Nebel. Zu dieser Zeit ist auch der Funkkontakt zu dem Sportflugzeug abgerissen.

Bereits gegen 8 Uhr hatte Dennis Starkelies aus Kleinalmerode gehört, wie ein Flugzeug unnatürlich heulend und offenbar sehr schnell über den Ort hinwegflog. Starkelies hatte die Polizei informiert und ging anschließend mit Sohn Niklas (14) in der Umgebung joggen, fand aber keine weiteren Hinweise auf einen Absturz. Ein weiterer Zeuge, Olaf Heise (51), der im ehemaligen Forsthaus in Kleinalmeorde wohnt, hatte ebenfalls ein Flugzeug im Sinkflug sowie brechendes Holz gehört. Er vermutete die Absturzstelle an der Nordseite des Umschwangs. Ein dritter Zeuge hatte beim Morgenspaziergang im Wald oberhalb des Umschwangs einen reflektierenden, metallischen Gegenstand gesehen und die Polizei am frühen Nachmittag auf die Stelle hingewiesen.

Zuletzt war in Nordhessen im September 2014 ein Motorsegler in der Nähe von Neukirchen-Nausis abgestürzt. Zwei Menschen waren damals ums Leben gekommen. Im April vergangen Jahres war ein Kleinflugzeug auf dem Brocken im Harz abgestürzt, auch dabei starben zwei Menschen.

Wir berichten weiter.

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