Thorsten Schäfer-Gümbel bei SPD-Diskussionsabend zu Schule, Ausbildung und Arbeit

Perspektiven für die Schüler

Schule, Ausbildung und Arbeit: Moderiert von den SPD-Kreistagskandidaten Nils Christian Hartmann (Meinhard, links) und Elvan Polat (Witzenhausen, rechts) diskutierten (von links) Landrat Stefan Reuß, Unternehmerin Andrea Stöber, SPD-Kreisvorsitzende Karina Fissmann, Lehrerin Michaela Deutschmann-Weise (Leitungsteam der Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf) und SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. „Die Flüchtlinge brauchen wir auch dringend, damit die Wirtschaft im Werra-Meißner-Kreis überhaupt noch funktioniert.“ Diese Aussage von Landrat Stefan Reuß nahmen viele der 120 Gäste des Diskussionsabends des SPD-Unterbezirks am Montagabend in Bad Sooden-Allendorf als wegweisendes Schlusswort einer eineinhalbstündigen Veranstaltung mit nach Hause. Auf Einladung der Familien Stöber wollte die SPD Perspektiven von Schule, Ausbildung und Arbeit im Werra-Meißner-Kreis thematisieren. DIE DISKUSSIONSRUNDE

Thorsten Schäfer-Gümbel, der SPD-Landesvorsitzende und Fraktionschef im Hessischen Landtag, war dazu extra um ein Impulsreferat gebeten worden. Außer ihm und Landrat Reuß diskutierten anschließend Lehrerin Michaela Deutschmann-Weise vom Leitungsteam der Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf und die Badestädter Unternehmerin Andrea Stöber.

Als größte Probleme in naher Zukunft stellte Schäfer-Gümbel heraus, für die Beruflichen Schulen genügend Fachlehrer für die vielen vor der Pensionierung Stehenden zu finden und zum anderen zum Unterrichten der jetzt hinzukommenden Flüchtlingskinder kurzfristig zusätzliche Lehrkräfte einzustellen. Da aber genügend ausgebildeter Nachwuchs fehle, müsse man in den nächsten zwei Jahren mit Kompromissen leben.

„Seien wir offen und neugierig auf die Bereicherung, legen wir die Angst vor dem Fremdsein ab und gehen positiv aufeinander zu.“

Landrat Reuß findet es dabei wichtig, dass die neuen Schüler ebenfalls wohnortnah in den Orten, in denen sie integriert werden sollen, unterrichtet werden. In Bad Sooden-Allendorf gebe es seit kurzem die erste Intensivklasse mit Flüchtlingskindern, berichtete Michaela Deutschmann-Weise. Auch deren Eltern wollten gern Deutsch lernen. In der Schule herrsche viel Neugierde und große Akzeptanz den Neuen gegenüber.

ABWANDERUNG

Auch die Abwanderung junger Leute aus dem Kreis wurde angesprochen. Woran liegt es und was kann man dagegen tun? Schon in der Schule, sagte Deutschmann-Weise, könne man vermitteln, dass „der Segen nicht immer unbedingt in einem Studium liegt“. 50 bis 60 unterschiedliche Ausbildungsbetriebe gebe es im Kreis. Sie würden von der Rhenanus-Schule stets eingeladen, sich den Schülern vorzustellen. Und diese Firmen, ergänzte Andrea Stöber, böten sogar kurze Wege. AUSBILDUNGSPLÄTZE

Dass sie bis vor wenigen Jahren zu wenig Ausbildungsplätze angeboten hätten, räche sich heute für viele Betriebe, sagte Reuß. Jetzt mangele es an Fachkräfte, die mittlerweile sogar nur mit „Buschzulagen“ in die Region gelockt werden könnten. Nun hätten sie die Chance, sich wieder um Nachwuchs zu kümmern. Auch der Kreis werde sich darum kümmern, so der Landrat, dass insbesondere den jungen Flüchtlinge schnell die deutsche Sprache beigebracht wird und sie letztlich in die hiesige Arbeitswelt integriert werden.

Dazu appellierte Stöber zum Abschluss noch, offen und neugierig auf die Bereicherung zu sein, Angst vor Fremdsein abzulegen und positiv aufeinander zuzugehen.

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