Stephan Schulz und Guido Kunze wollen in 24 Stunden Werra und Fulda abfahren

Radeln für den sauberen Fluss

Große Ziele: Stephan Schulz (links), Gastwirt aus Bad Sooden-Allendorf, will gemeinsam mit Ausdauersportler Guido Kunze aus Mühlhausen von der Werraquelle zur Fuldaquelle fahren. Die knapp 500 Kilometer wollen sie in 24 Stunden schaffen. Foto: Michaelis

Bad Sooden-Allendorf. Wer in knapp einer Woche quer durch Australien radeln kann, müsste 500 Kilometer doch in 24 Stunden schaffen. Das ist zumindest die Rechnung von Stephan Schulz. Der Gastwirt aus Bad Sooden-Allendorf will gemeinsam mit Ausdauersportler Guido Kunze von der Werraquelle zur Fuldaquelle fahren, aber an den Flüssen entlang. Damit wollen sie sich für eine saubere Werra einsetzen.

Für Kunze sind solche Abenteuer nicht selten. Der 46-Jährige, der im eigentlichen Leben einen Laufladen in Mühlhausen in Thüringen betreibt, hält den Weltrekord für die schnellste Durchquerung von Australien. Sieben Tage, 19 Stunden, fünf Minuten hat er für 4300 Kilometer über den fünften Kontinent gebraucht.

Und in seinem Lebenslauf stehen weitere vergleichbare Aktionen: Das Race Across America über 5000 Kilometer, die Strecke der Tour de France ist er in zehn Tagen abgefahren, die Alpen hat er auf dem Fahrrad in 48 Stunden überwunden und er ist durch Wüsten in Marokko und Jordanien gelaufen. Der eine oder andere Ironman-Triathlon ist da kaum der Rede wert.

Sein nächstes Großprojekt: 1000 Kilometer auf der Chinesischen Mauer im Herbst - zu Fuß oder mit dem Rad, das weiß Kunze noch nicht so genau. Die 24-Stunden-Tour entlang an Werra und Fulda „ist ein gutes Training“, sagt er.

Die Idee hatte Stephan Schulz; der 45-Jährige fährt leidenschaftlich gern Rad. Längere Strecken sind für ihn keine Ausnahme. Beim Gedanken an die Tour de Salz im Jahr 2008 sei ihm die Idee gekommen, sagt Schulz.

Schon mal Werra abgelaufen

Guido Kunze kannte er vorher nicht persönlich. Über das Internet nahm er Kontakt auf, Kunze war von der Idee begeistert und sagte zu. Zumal die Tour an der Werra keine Premiere für ihn ist. 2009 ist er von der Quelle bis zur Mündung gelaufen. Auch damals wollte er auf die Umweltsituation aufmerksam machen.

Starten wollen Schulz und Kunze am Sonntag, 5. August, um 9 Uhr an der Werraquelle bei Siegmundsburg in Thüringen. Gegen 20 Uhr wollen sie einen Stopp in Bad Sooden-Allendorf einlegen. „Aber nur kurz, jede Pause kostet Zeit“, sagt Kunze. Unterwegs sind sie dann mit Mountainbikes. Schneller wären Rennräder. Doch die Strecke mit vielen Schotterwegen sei dafür „nicht geeignet“, sagt Kunze. „Sonst müssen wir ständig Reifen flicken.“

500 Kilometer in 24 Stunden - „das ist schon ambitioniert“, sagt Kunze. Eines können sie nicht beeinflussen: „Der größte Gegner ist das Wetter“, sagt Schulz. Aber sie haben auch Hilfe. Im Begleitfahrzeug sitzt unter anderem Schulz’ Lebensgefährtin Andrea Sippel. Mehrere weitere Freunde haben ihre Unterstützung zugesagt, auch der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Landau will ein Stück mitfahren.

www.guido-kunze.de

Von Claas Michaelis

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