Größe der Früchte ist entscheidend

Hoffnung für die Kirschen: Der Regen kam rechtzeitig

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„Der Behang ist gut“: Kirschenexperte Eberhard Walther ist zuversichtlich, dass sich die Kirschen rechtzeitig vor der jetzt beginnenden Haupternte noch gut entwickelt haben. Der Regen Anfang der Woche kam gerade noch rechtzeitig.

Witzenhausen. Der Regen zu Beginn dieser Woche kam goldrichtig - insbesondere für die Kirschenbauern im Werratal und natürlich die Süßkirschen selbst.

Gerade noch rechtzeitig vor Abschluss der Wachstumsphase und dem Start der Haupternte erhielten die roten und rot-gelben Früchte nach langer Trockenheit noch das ersehnte Wasser, da zwölf bis 15 Millimeter pro Tag fielen.

„Die legen noch mal richtig zu, da kann man zuschauen“, sagt Gartenbau-Fachberater Eberhard Walther vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Er muss es wissen, ist er doch der ausgewiesene Kirschenexperte.

Walther spricht von drei bis vier Millimeter Durchmesser, um die sich die Kirschen in den zwei Tagen nach dem Regen noch ausdehnen. Das Aroma war schon da, aber die Größe ist heutzutage entscheidender denn je, um die Kirschen auch wirtschaftlich an die Verbraucher bringen zu können. Seien vor 20 Jahren 23 bis 25 Millimeter die gängige Größe gewesen, würden heute mindestens 26 Millimeter - und gern bis 30 Millimeter - verlangt.

In diesen Tagen beginnt die Kirschenernte rund um Witzenhausen, auch wenn es die frühen Sorten schon seit 14 Tagen gibt. Nun sollte es nicht mehr regnen, hoffen die Kirschenbauern aus gutem Grund, wie Walther weiß. Denn nach Abschluss der Phase des Wachsens wird die Spannung in der Frucht immer größer, wenn dann noch weiteres Wasser aufgenommen wird. Die Folge: Die Kirschen platzen. Und die offenen Stellen werden schnell von Schimmelpilzen besetzt, Fruchtfäule tritt ein.

Für die frühe Sorte „Early Burlat“ kam der Regen allerdings vielerorts zu spät, sagt Experte Walther. 22 statt der sonst üblichen 26 bis 28 Millimeter weisen die dunkelroten Früchte auf. Im Straßenverkauf geht das offenbar durch. Ansonsten sind die Aussicht für die Vermarktung jetzt auch gut: „Der Behang ist sehr gut“, urteilt Experte Walther beim Blick auf die vollhängenden Bäume auf der Versuchsanlage oberhalb von Wendershausen.

„Gelbe Sorten mal probieren“

Um den Geschmack macht er sich sowieso wenig Sorgen. Schon von den genetischen Voraussetzungen her hätten die Witzenhäuser Früchte einen guten Kirschengeschmack - nicht so wässrig wie anderswo, so Eberhard Walther. Er empfiehlt den Verbrauchern, gerade auch wegen des Aromas die hellen und sogar gelben Sorten wie die Königskirsche zu probieren.

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