Bilanz der Kirschenbauer fällt für 2014 durchwachsen aus

Regen verhagelt die Süßkirschenernte in Witzenhausen

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Witzenhausen. Obwohl das Statistische Bundesamt bei der diesjährigen Kirschenernte landesweit von einem Plus von 38 Prozent ausgeht, können die Kirschenbauern aus der Region diese Prognose nicht teilen. Heftige Regenfälle in den vergangenen Wochen sorgten für große Ernteeinbußen.

„Mit den Kirschen steht es in diesem Jahr nicht zum Besten, so dass die Ernte wesentlich schlechter ausfallen wird als 2013“, erklärt Peter Feldmeier, Vorsitzender der Absatzgenossenschaft Unterrieden e.G. Von einem durchwachsenen Ergebnis spricht auch Eberhard Walther, Leiter des Süßkirschenversuchsbetriebs in Wendershausen.

Obwohl die Ernte der Frühkirschen gut angelaufen sei, habe der starke Regen Ende Juni vieles an Obst zerstört. Die prallen Kirschen, die eine genetisch festgelegte Fruchtgröße haben, hatten sich bei dem kräftigen Regen mit zu viel Wasser vollgesogen und waren geplatzt, sagt Walther, der auch Obstbauberater beim Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel ist. Die schadhaften Früchte konnten nicht mehr vermarktet werden: Durch die offenen Stellen drangen Schädlinge ein, die die Kirschen faulen ließen.

Da jedoch die Nachfrage nach Witzenhäuser Kirschen weiterhin sehr groß ist, wird versucht, um die faulen Kirschen herum zu ernten. Dies hat mäßigen Erfolg. „Von zehn gepflückten Kirschen sind sieben bis acht geplatzt.“ berichtet Walther.

Wegen des zunehmend unberechenbaren Wetters in den vergangenen Jahren gehe der Trend immer mehr hin zu überdachten Kirschenplantagen. Dabei werden die Früchte mit einer wasserundurchlässigen Folie vor Regen geschützt.

Doch die Beschaffungskosten dafür seien sehr hoch. So müsse pro Hektar mit 40.000 Euro gerechnet werden. „Diese Summe muss aber erst einmal erwirtschaftet werden. Die bescheidene Ernte dieses Jahr sei dabei nicht gerade hilfreich“, meint der Experte.

Von Viktoria Fischer

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