Reichenbach: Barrierefreier Anbau am Haus der Jugend ist fertig

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Mehr Kapazität: (von links) Betriebsleiter Matthias Schulze, die ehrenamtlichen Geschäftsführer Björn Bertram und Dirk Osmers und Architekt Hans-Peter Schubert in einem der beiden neuen, barrierefreien Zimmer, in denen das obere Bett je nach Belegung und Platzbedarf an die Wand geklappt werden kann. 

Reichenbach. 6100 Übernachtungen hat das Haus der Jugend in Reichenbach im Jahr 2015 verzeichnet - 50 mehr als im Jahr davor.

Um eine noch höhere Auslastung möglich zu machen, wurden mit dem neuen barrierefreien Anbau ein zweiter Gruppenraum sowie zwei weitere Zimmer mit Sanitärbereich verwirklicht.

„Somit gibt es im Haupthaus 58 Betten, in den Selbstversorgerhäusern 14 bis 18 Betten, vier bis sechs im Blockhaus für Familien und den Zeltplatz“, zählte Landrat Stefan Reuß bei der offiziellen Übergabe am Dienstagnachmittag auf, zu der auch Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig und Reichenbachs Ortsvorsteherin Birgit Osigus-Koch gekommen waren.

Mit 327.000 Euro liegt das 97 Quadratmeter große Areal etwas unter den veranschlagten Kosten von 330.000 Euro. „Mit den Arbeiten waren 18 regionale Firmen betraut, was wiederum das Handwerk und die Arbeitsplätze in der Region stärkt“, sagte Reuß. Im April vergangenen Jahres war mit den Abrissarbeiten des alten Hausmeistergebäudes begonnen worden, an dessen Stelle nun der zweigeschossige Anbau steht. Über einen Fahrstuhl sind beide Stockwerke barrierefrei zu erreichen. „Bei der Umsetzung war uns wichtig, dass der Anbau über den Flur an die anderen Zimmer angebunden ist, um Menschen mit Handicap nicht auszugrenzen.“ Als eine von sechs Modellregionen für Inklusion in Hessen sei es dem Werra-Meißner-Kreis ein Anliegen gewesen, die Barrierefreiheit umzusetzen.

Für die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer, Björn Bertram und Dirk Osmers, ging mit dem Anbau ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. „Es war uns ein großes Anliegen, das Haus der Jugend allen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigung zugänglich zu machen“, sagte Björn Bertram. Auch biete das Haus bei Mehrgenerationen-Familienfreizeiten nun beispielsweise Großeltern, die schlecht Treppen steigen könnten, mit dem Fahrstuhl eine Alternative.

Bertram nutzte die Gelegenheit, um für mehr Unterstützung des Ehrenamts zu appellieren - sowohl beim bürokratischen Aufwand, als auch finanziell: „Beförderungsmittel, Freizeitaktivitäten und Übernachtungen sind in den letzten 15 Jahren gestiegen, die Fördersätze für Seminare und Freizeiten jedoch nicht.“

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