Reitvereine gegen Pferdesteuer: Das macht Jugendarbeit und Reitsport kaputt

Hessisch Lichtenau/ Bad Sooden-Allendorf. "Die Pferdesteuer belastet Familien zusätzlich und entlastet sie nicht." Mit dieser Aussage melden sich in Reitvereinen in Hessisch Lichtenau und Bad Sooden-Allendorf Engagierte noch zu Wort, bevor in den Stadtparlamenten eine angedachte Pferdesteuer beschlossen wird.

Bislang wird eine solche Luxussteuer noch nirgendwo in Hessen erhoben. Die Vorstandsmitglieder machen deutlich, dass die Pferde zum Ausüben eines Sports dienen, der beileibe nicht nur von besonders Wohlhabenden ausgeübt werde. Wobei nur sechs Sportarten, darunter Reiten, überhaupt als Gesundheitssport anerkannt sind.

Sollten für die Pferde Steuern gezahlt werden müssen in Hessisch Lichtenau liegt ein Vorschlag von 480 Euro pro Tier und Jahr auf dem Tisch, dann würden die Vereine und Reitsportanlagen und somit der Reitsport kaputt gemacht, spricht Svenja Assmann vom Reitsportverein Lindenhof in Hessisch Lichtenau von "massiven Einschnitten in die Jugendarbeit und in soziale und sportliche Strukturen".

Der Reitsport werde doch auch von oben gefördert, verweist Christoph Cortis vom Reit- und Fahrverein Bad Sooden-Allendorf auf den Widerspruch, auf der anderen Seite wieder Geld wegnehmen zu wollen. Zudem unterhielten die Reitvereine ihre Anlagen selbst, während anderen Sportvereinen Anlagen gestellt und gepflegt würden. Es gehe nur um das Füllen der leeren Stadtkassen, sieht Thomas Heyner vom Ländlichen Reitverein Hessisch Lichtenau auch als einzigen Grund für das Erheben einer Pferdesteuer. Eine Gegenleistung gebe es dafür nicht.

Den Umgang der Kinder und Jugendlichen mit einem "lebenden Sportgerät", dem Pferd, erachten alle Vereinsverantwortlichen für besonders wertvoll. Die Kinder übernähmen durch regelmäßiges Füttern, Misten und Bewegen der Tiere sehr früh Verantwortung und entwickelten Einfühlungsvermögen. Vorsitzende Michaela Popis vom Reitverein Hessisch Lichtenau, die 20 Jahre als Jugendwartin engagiert war, spricht aus Erfahrung: "Kein Jugendlicher, der bei uns war, ist je auf die schiefe Bahn geraten.".

"Pferde sind schon was Besonderes", sagt die neun Jahre alte Felice. Und der 14-jährige Jonas, findet es toll, seit vielen Jahren schon mit "Atti" zusammen zu lernen und zusammenzuwachsen.

Wenn die Pferdesteuer käme, müssten pro Kind fünf bis sieben Euro mehr monatlich für die Reitstunden erhoben werden. Manche Eltern, sagen die Vereinsvertreter, könnten dies nicht aufbringen. (sff)

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