Rentnerin vergewaltigt: Bewährungsstrafe für 22-Jährigen

Kassel / Bad Sooden-Allendorf. Glimpfliches Urteil nach einer unbegreiflichen Tat: Weil er nach einem Kneipenbesuch in Bad Sooden-Allendorf eine Rentnerin vergewaltigt hat, ist ein 22-Jähriger am Donnerstag vom Kasseler Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

„Was Sie getan haben, war nicht nur sinnlos, sondern grob und erniedrigend“, sagte Strafkammervorsitzender Jürgen Stanoschek. Der Angeklagte habe seinen Übergriff auf die 72-Jährige „planvoll vorbereitet“ und sei auch vor Schlägen nicht zurückgeschreckt. „Das ist eigentlich schon erbärmlich.“

Die Strafkammer hielt dem jungen Mann jedoch zugute, dass er bei der Tat im März 2013 stark angetrunken gewesen war - und dass er bereits kurz danach bei der Polizei ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte.

Der 22-Jährige war der ebenfalls nicht mehr nüchternen Frau, die er in einer Gaststätte getroffen hatte, auf dem Heimweg gefolgt und hatte ihr unbemerkt den Hausschlüssel aus der Tasche gezogen - in der Hoffnung, sie so zu sich nach Hause und zu sexuellen Handlungen bringen zu können.

Als die Rentnerin das Angebot entgeistert ablehnte, schlug der Mann ihr ins Gesicht, bugsierte sie auf eine Wiese vor ihrem Haus und verging sich an ihr. Vor Gericht entschuldigte er sich mehrmals dafür, auch in seinem Schlusswort noch einmal. „Ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist“, sagte er. „Ich schäme mich sehr.“

Um seine Reue zu unterstreichen, erklärte er sich bereit, ein Schmerzensgeld in Höhe von 4000 Euro zu zahlen. Dieser sogenannte Täter-Opfer-Ausgleich wurde ihm vom Gericht strafmildernd angerechnet.

„Er ist nicht der hartgesottene Sexualstraftäter“, befand Richter Stanoschek.

Mit dem Urteil folgte das Gericht der Forderung von Verteidiger Peter Gros. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft verlangt. (jft)

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